Nicht nur in der Stadt kann die Feinstaubbelastung zum Problem werden. Auch in unserer Wohnung gibt es etliche Feinstaubquellen. Luftfilter sollen helfen - mit ziemlich mäßigem Erfolg.

Wir können ihn nicht sehen, riechen oder hören, trotzdem ist er da: Feinstaub. In der eigenen Wohnung können ziemlich viele dieser Minipartikel durch die Luft schwirren. Laserdrucker, Kopierer, Staubsauger ohne Filter oder Haustiere sind nur ein paar mögliche Feinstaubquellen.

"Rauchen ist mit Abstand die schlimmste Belastung. Aber auch Kerzen, Räucherstäbchen und so was, das ist enorm."
Norbert Müllneisen, Spezialist für Lungenheilkunde

Besonders hoch ist die Feinstaubbelastung in der Küche: Beim Kochen und Braten entsteht nämlich jede Menge davon. Wenn im Wohnzimmer ein Holz- oder Kohleofen steht, ebenfalls. Und wir selbst stauben ebenfalls ab, sagt Norbert Müllneisen, Spezialist für Lungenheilkunde.

Gesundheitliche Folgen

Durch diese ganzen Faktoren kann die Feinstaubbelastung drinnen sogar größer sein als außerhalb der eigenen vier Wände. In unserer Wohnung steht die Luft nämlich oft. Anders als draußen, wo Wind und Regen dafür sorgen, dass die Feinstaubbelastung schwankt.

Feinstaub kann unsere Atemwege belasten. Im schlimmsten Fall kann es zu Asthma, Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen. Einen Feinstaub-Grenzwert festzulegen ist schwierig, denn die Partikel unterscheiden sich stark hinsichtlich Größe und Zusammensetzung. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es keine Grenze, unter der Feinstaub nicht schädlich ist – anders als zum Beispiel bei Stickstoffdioxid. Dort gelten Werte bis zu einer bestimmten Konzentration als unbedenklich. Beim Feinstaub sollte die Belastung also immer so gering wie möglich sein.

Unterschiedliche Filtersysteme

Luftreiniger sollen helfen, die Feinstaubbelastung in der Wohnung zu reduzieren. Die Preisspanne reicht von 50 Euro bis hin zu mehreren Hundert. Dabei gibt es verschiedene Systeme:

  • Raumluftwäscher: Ähnlich wie bei einer Shisha-Pfeife wird Luft angesaugt. Die wird durch ein Wasserbad geschickt, an dem die schlechten Partikel hängen bleiben. Die gereinigte Luft wird dann wieder rausgeblasen.
  • Ionisatoren: Unter Hochspannung werden negativ geladene Ionen erzeugt und nach außen abgegeben. Die Ionen binden die Partikel und sorgen dafür, dass diese zusammenkleben. Dadurch werden sie schwerer, sinken nach unten und wir können sie nicht mehr einatmen. Allerdings entsteht dabei Ozon, das ebenfalls als schädlich angesehen wird.
  • Luftreiniger: Luftreiniger kommen ohne Wasser oder Ozon aus und nutzten stattdessen Aktivkohle- oder Glasfaserfilter.

Vor allem der Luftreiniger klingt erst mal super. Die meist schicken Teile filtern 99,9 Prozent des Feinstaubs aus der Luft raus. Aber es gibt ein Problem.

"Jedes Mal, wenn Sie die Türe aufmachen, kommt wieder Feinstaub rein. Insofern können sie damit keine Nachhaltigkeit bewirken."
Norbert Müllneisen über Luftfilter

Stattdessen empfiehlt das Helmholtz Zentrum für Gesundheit und Umwelt: Nur noch Staubsauger mit HEPA-Filter benutzen, Bettdecken nur draußen ausschütteln, da lagert sich nämlich viel Feinstaub drauf ab. Und ganz wichtig: Nur vor der Tür rauchen. Damit lässt sich die Anzahl der Partikel nämlich um bis zu 95 Prozent reduzieren.