Bundeskanzler Olaf Scholz glänzt in diesen Tagen eher mit Abwesenheit als mit Präsenz. Zumindest zeigt der Hashtag #woistScholz, dass viele Menschen diesen Eindruck haben. Ein Politikwissenschaftler und Kommunikationstrainer sagt: Mit seiner Nicht-Kommunikation beschädigt Scholz seine Glaubwürdigkeit.

Er wird gesucht: Bundeskanzler Olaf Scholz. Auf Twitter trendet gerade der Hashtag #woistScholz. Dahinter stecken der Wunsch nach mehr Präsenz, Kommunikation und nach politischer Führung. Gerade Letzteres ist seit Jahren der Leitspruch des Bundeskanzlers: "Wer bei mir Führung bestellt, bekommt auch welche."

Vorsicht statt Kommunikation

Sein Handeln ist hingegen von der Angst geprägt, Fehler zu machen, sagt Politikwissenschaftler und Kommunikationstrainer Moritz Kirchner, der auch Reden für Bundestagsabgeordnete schreibt. Olaf Scholz setze auf Vorsicht – damals wie heute. Die Folge: fehlende Kommunikation, der Eindruck von Abwesenheit.

Das kollidiert mit dem Wunsch vieler nach einem Bundeskanzler, der emphatisch ist, die Gründe für seine Entscheidungen deutlich macht – und damit letzten Endes die Menschen für seine Politik gewinnt, erklärt der Politikwissenschaftler.

Was diese Nicht-Kommunikation von Olaf Scholz mit seiner Glaubwürdigkeit als Kanzler machen könnte und was Kommunikationstrainer Moritz Kirchner für Tipps hat, damit es besser wird - mehr dazu im Gespräch zwischen Moritz Kirchner und Deutschlandfunk-Nova-Moderatorin Sonja Meschkat (Play-Button oben).

Scholz äußert sich

Klickt auf Play für das gesamte Gespräch mit Deutschlandfunk-Korrespondent Johannes Kuhn
"Die größte Neuigkeit aus dem Gespräch ist wohl, dass Olaf Scholz nach Moskau reisen wird."

Zu einer komplexen Thematik hat sich der Bundeskanzler am Mittwochabend dann doch geäußert: Im Heute-Journal vom ZDF äußerte er sich zum Ukraine-Konflikt. Was er gesagt hat, hört ihr im Gespräch mit Deutschlandfunk-Korrespondent Johannes Kuhn.