Mit der digitalen Cloud beschäftigen wir uns ja ständig, mit echten Wolken eher selten: Entweder verdecken sie die Sonne oder regnet ordentlich ab. Jetzt gibt es aber ganz neue Wolkentypen - und die sind richtig schön.

Vor dreißig Jahren erschien der letzte internationale Wolkenatlas. Jetzt hat die Weltwetterorganisation WMO eine neue Ausgabe veröffentlicht und zwölf neue Wolkentypen mit aufgenommen. Seit 120 Jahren gibt es den Atlas schon. Enthalten sind Grundtypen von Wolken und deren Abwandlungen.

Neu im Atlas enthalten und besonders beeindruckend ist die Undulatus Asperatus. Diese aufgewühlte Wellenwolke ist sehr selten. Sie bildet sich in den Prärien Nordamerikas. Wie sie ganz genau entsteht, wissen Meteorologen noch nicht. "In Deutschland wirst du die wahrscheinlich nie beobachten", sagt Meteorologin Verena Leyendecker.

Leuchtende Nachwolke

Welche Wolke wir aber auch in unseren Breitengraden beobachten können, ist die Leuchtende Nachtwolke. Sie besteht aus einem silbrig glänzenden Schleier aus Eiskristallen. Weil sie 80 Kilometer hoch ist, bekommt sie noch Sonne ab, wenn es bei uns schon dunkel ist. 

Am besten zu sehen ist sie von Mai bis Juni - nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang am Nordhimmel. Diesen Sommer sicherlich auch, ist sich Verena Leyendecker sicher.

Künstlich erzeugte Wolke

Künstlich erzeugte Wolken hat der Wolkenatlas jetzt auch aufgeführt. Darunter fällt das, was aus Kühltümen oder Flugzeugen am Himmel übrig bleibt. Auch für Forscher sind sie nicht uninteressant, denn Kondesstreifen haben Auswirkungen auf den Klimawandel.

"Kondensstreifen wirken wie eine schützende Decke. Darunter bleibt es wärmer. Dadurch beschleunigen sie den Klimawandel. Es ist wichtig, dass das in den Klimamodellen mit eingerechnet wird."
Meteorologin Verena Leyendecker