Zöliakie ist eine Glutenunverträglichkeit, bei der die Darmschleimhaut überempfindlich auf Bestandteile von Gluten reagiert. Und Gluten wiederum ist das Klebereiweiß, das in vielen Getreidesorten vorkommt.

Marion hat Zöliakie. Das hat sie erst letztes Jahr festgestellt, mit 32 Jahren. Obendrein war das eher ein Zufall. Bereits seit ihrer Kindheit hatte sie ziemlich starke Probleme mit Eisenmangel: Sie war immer müde und oft schlecht drauf und auch ihre Verdauung war nicht in Ordnung. Alle meinten, der Eisenmangel liege an ihrer vegetarischen Ernährung. Aber selbst Eisentabletten und -Infusionen konnten ihr dauerhaft nicht helfen.

"Ich muss jeden Joghurt und alles was verarbeitet ist umdrehen und schauen, was drin ist."
Marion Schmidt, darf kein Gluten essen

Bestätigung durch Antikörpertest

Eine Ärztin, die selbst Vegetarierin ist, kam dann auf die Idee, eine Darmspiegelung zu machen. Und dabei kam heraus, dass Marions Darm entzündet ist. Ein Antikörpertest lieferte dann die Gewissheit: Marion verträgt kein Gluten. Bei verarbeiteten Lebensmitteln ist es manchmal gar nicht so einfach, zu erkennen, ob sie Gluten enthalten oder nicht. Einige tragen mittlerweile eine Ähre und den Hinweis "glutenfrei" der Deutschen Zöliakie Gesellschaft.

Kontaminationsgefahr

Sogar im Restaurant muss sie vorher anrufen und fragen, ob es möglich ist, ein glutenfreies Essen zuzubereiten. Was unter anderem bedeutet, dass die glutenfreien Nudeln nicht zusammen mit den normalen Nudeln gekocht werden dürfen. Es sei denn, der Kochtopf wird zwischendurch sauber gemacht. So richtig viel Verständnis haben die meisten Restaurants dafür nicht - für viele Köche wirkt der Aufwand übertrieben. Marion geht deshalb meistens in Restaurants, von denen sie weiß, dass dort glutenfrei gekocht werden kann.

"Letztens war ich bei einem Italiener, der war einfach nur genervt."
Marion Schmidt, darf kein Gluten essen
Marion im Studio mit selbstgebackenem Muffin.
© DRadio Wissen | Vera Pache
Marion hat glutenfreie Muffins mitgebracht. Die einstimmige Meinung: Schmecken sehr fein.

Die Krankheit ist erblich

Zöliakie ist eine erbliche Autoimmunerkrankung. Das heißt aber nicht, dass sie bei jedem ausbricht: Es braucht erst einen Trigger. Der Darm reagiert, indem er sich entzündet. Doch jeder reagiert ein bisschen anders: Manche müssen sich nach dem versehentlichen Verzehr von Gluten übergeben, andere kriegen Durchfall, Marion kriegt sehr, sehr schlechte Laune und wird müde - und das merkt sie zwei ganze Wochen lang. Wenn Marion Kinder kriegt, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Zöliakie bei ihnen ausbricht, bei 1:10.

Glutenfreies im Netz:

  • Foodgasm.me | Auf dieser Seite bloggt Marion über Restaurants und glutenfreie Lebensmittel.
  • My Darling Lemon Thyme | Emma Galloway ist Köchin, leidet sowohl an Gluten-Unverträglichkeit als auch an Laktose-Intoleranz und schreibt einen Koch-Blog.