Eine Illustratorin aus Los Angeles fühlt sich vom weltgrößten Modekonzern betrogen. Zara soll ihre Illustrationen ungefragt verwendet haben. Der Konzern sagt dazu: Ihre Arbeit sei nicht unterscheidbar genug. Wir fragen uns: Ist so etwas legal? Und kann man Design in der Mode schützen?

Dass Modefirmen Design klauen, gibt es öfter - meistens geht es dann aber um Topdesigner. Die Illustratorin Tuesday Bassen hat Auftraggeber wie die Vereinten Nationen oder Nike, ist sonst aber ziemlich unbekannt. Auf Instagram hat sie jetzt Bilder gepostet, die zeigen sollen, das Zara, der größte Modekonzern der Welt, ungefragt T-Shirts mit ihren Motiven gedruckt haben soll.

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Auf Nachfrage hat sich Zara uns gegenüber bisher nicht geäußert. Allerdings hat der Konzern die betroffenen T-Shirts mittlerweile aus dem Verkehr gezogen und bekannt gegeben, den Vorfall intern zu prüfen. Der Künstlerin selbst hat Zara recht lapidar geantwortet, sagt DRadio-Wissen-Modeexpertin Sandra Pfister: Ihre Arbeit sei nicht unterscheidbar und originell genug. Ein großer Teil der Bevölkerung würde die Zeichnungen nicht mit Tuesday Bassen assoziieren.

"Im Klartext: Du bist unbekannt. Eine unbekannte Künstlerin kann man nicht kopieren, das geht nur bei berühmten."
Sandra Pfister, DRadio-Wissen-Modeexpertin

Unverschämt ist das allemal, aber ist das auch legal? Da gehen die Meinungen auseinander. Es gibt Anwälte, die sagen, Bassen wird keine Chance haben, denn bestimmte Formen wie Herzchen oder Fähnchen sind öffentliches Eigentum. Sie seien nicht originell genug. Dagegen spricht, dass bei Zara eine ganze Serie von Motiven auftaucht, die denen von Bassen verblüffend ähnlich sehen.

Kann Design geschützt werden?

Unrechtmäßige Verwendung ist dem Konzern hier extrem schwer nachzuweisen. Schon die kleinste Abweichungen genügt, damit es keine Verletzung des Urheberrechts mehr ist. Das haben auch schon viele andere Fälle gezeigt. Auch bei H&M gab es einen ähnlichen Streit, bei dem der Konzern recht bekommen hat. Bis auf ganz wenige Ausnahmen ist es sehr schwierig, Design in der Mode zu schützen. "Mode ist vor dem Gesetz keine Kunst, die könnte man sich mit Copyright schützen lassen. Mode nicht.", sagt Sandra Pfister.

Soli-Shop für betroffene Designer

Großen Designern, so sagen Modeexperten, schadet es nicht so sehr, wenn H&M oder Zara sie kopieren. Die Luxuslabels richten sich sowieso an andere Kunden. Werden Topdesigner kopiert, steigert das nur ihre Bekanntheit. Davon könnte jetzt auch Tuesday Bassen profitieren, auch wenn sie den Streit gegen Zara verliert. Im Netz gibt es jedenfalls viel Solidarität für die Illustratorin. Es hat sogar jemand einen Solishop für sie und andere Designer aufgesetzt, deren Motive kopiert worden sind.

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