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Zebramangusten haben ein äußerst ausgeprägtes Sozialleben. Das geht so weit, dass die Weibchen Kämpfe anzetteln, um fremdgehen zu können.

Zebramangusten sind kleine Raubtiere, die im südlichen Afrika in Gruppen von zehn bis 30 Tieren leben. Die Forschung vermutet, dass sie in einem Matriarchat leben – die Weibchen haben bei den Zebramangusten also das Sagen, was sie auch in vielerlei Hinsicht ausnutzen.

Kämpfe anzetteln, um fremdgehen zu können

Zum Beispiel haben Forschende der Universität Cambridge beobachtet, dass sie regelrechte Kämpfe anzetteln, in denen sich benachbarte Zebramangusten-Gruppen gegenseitig bis zum Tod bekämpfen.

"Bei Zebramangusten kommt es immer wieder zwischen benachbarten, rivalisierenden Gruppen zu regelrechten Kriegen. Und die können für einige Tiere tödlich enden."
Mario Ludwig, Biologe

Die Forschenden vermuten, dass die Weibchen die Kämpfe aus Eifersucht anzetteln. In der empfängnisbereiten Zeit werden sie nämlich sehr streng von ihren Männchen bewacht, denn die Männchen wollen natürlich ihre eigenen Gene weitergeben und nicht Männchen aus anderen Gruppen den Vortritt lassen.

Um dennoch fremdgehen zu können, zetteln die Weibchen einfach einen Streit an, indem ein dominantes Weibchen ihre Gruppe in das Territorium einer anderen Gruppe führt. Während die Männchen sich bekämpfen, nutzen die Weibchen die Gelegenheit, um sich mit den Männchen der anderen Gruppen zu paaren.

"Die Weibchen nutzen die Chance, wenn ihre Männchen in heftige Kämpfe verwickelt sind, sich mit Männchen der fremden Gruppe zu paaren."
Mario Ludwig, Biologe

Genanalysen zeigen, dass sich die kriegerische Aktion für die Weibchen lohnt: Diejenigen, die "Fremd-Begegnungen" mit Männchen anderer Gruppen hatten, hatten am Ende auch deutlich mehr Nachwuchs als jene Weibchen, die auf den Kontakt außerhalb der eigenen Gruppe verzichtet hatten.

Jungen kommen alle gleichzeitig auf die Welt

Dass vor allem die älteren Weibchen einer Zebramangusten-Gruppe das Sagen haben, zeigt auch noch ein anderer Umstand: Die Zebramangusten-Weibchen einer Gruppe bringen ihre Jungen alle ungefähr zur gleichen Zeit auf die Welt – und zwar zum Schutz vieler Jungen. Denn die älteren, dominanten Weibchen einer Gruppe töten oft ganz gezielt die Jungen der niederrangigen Weibchen, um so ihrem eigenen Nachwuchs bessere Chancen zu geben.

"Ältere dominante Weibchen töten nämlich ganz gezielt die Jungen niederrangiger Weibchen, damit nur die eigenen Kinder in den Genuss einer Vorzugsbehandlung kommen."
Mario Ludwig, Biologe

Ist der unterirdische Bau aber voller Jungtiere, verlieren die dominanten Weibchen schnell den Überblick und verzichten auf das Töten, damit sie nicht aus Versehen ihren eigenen Nachwuchs umbringen.

Win-Win für Zebramangusten und Warzenschweine

Das ausgeprägte Sozialleben der Zebramangusten wird auch durch eine weitere Besonderheit sichtbar: Sie gehen eine Symbiose mit Warzenschweinen ein. Das gibt es zwischen zwei verhältnismäßig hoch entwickelten Säugetieren nicht sehr häufig, sagt Mario Ludwig. Doch in diesem Fall können beide Arten davon profitieren.

Ein österreichisch-englisches Forschungsteam hat in Uganda beobachtet, wie Warzenschweine, die häufig von blutsaugenden Zecken geplagt werden, sich ganz gezielt benachbarten Zebramangustenfamilien nähern und sich dort einfach auf die Seite legen.

Zebramangusten essen die Zecken auf einem liegenden Warzenschwein
© IMAGO | Nature Picture Library
Die Zebramangusten befreien die Warzenschweine von ihren Parasiten

Das ist das Zeichen für die kleinen Tiere, dass sie auf die Warzenschweine klettern dürfen, um diese dann von ihren Zecken zu befreien. Das machen die Zebramangusten aber nicht aus Nächstenliebe, sondern weil die Zecken für sie eine hochwertige Eiweißquelle sind. Eine Win-Win-Situation sozusagen.