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Viele Mythen existieren über den Riesenkalmar. Was davon tatsächlich stimmt, weiß der Biologe Mario Ludwig, der die wichtigsten Fakten nennt.

Die einzigen Riesenkalmare, die Menschen bis zum Ende des letzten Jahrtausends zu Gesicht bekommen haben, waren am Strand angespülte Kadaver. Deswegen wussten wir lange Zeit noch viel weniger, als wir heute über den großen Meeresbewohner wussten.

Inzwischen ist bekannt, dass Riesenkalmare in Tiefen zwischen 300 und 1000 Metern vorkommen. Also Tiefen, die für uns Menschen lange Zeit nicht erreichbar waren.

2004 gibt es erstmalig Fotos von lebenden Exemplaren

Erst 2004 ist es japanischen Forschenden gelungen, mit einer ferngesteuerten Unterwasserkamera Bilder eines lebenden Riesenkalmars zu machen.

2005 konnten die gleichen Forschern einen Riesentintenfisch in seinem natürlichen Lebensraum filmen. Eine Expedition, die weltweit nur ein halbes Dutzend Mal genauso erfolgreich verlaufen ist.

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"Es gelang nie einen Riesenkalmar lebendig zu fangen."
Mario Ludwig, Deutschlandfunk-Nova-Tierexperte

2006 konnte ein japanisches Forscherteam einen Riesenkalmar mithilfe eines Fressköders aus 600 Metern Tiefe an die Oberfläche locken und auch lebendig an Bord ihres Forschungsschiffes hieven.

Der Kalmar ist aber nach kurzer Zeit an inneren Verletzungen gestorben, die er wahrscheinlich durch die Druckveränderung beim Auftauchen erlitten hatte. Bislang ist es nicht gelungen, einen Kalmar lebendig zu fangen und am Leben zu halten, um in genauer erforschen zu können.

Längster gemessener Kalmar war 12 Meter lang und wog 200 Kilogramm

Die Messung eines Riesenkalmars ist schwierig, weil seine Arme sehr dehnfähig sind. Daher wird bei der Größenbestimmung nur die Länge des 'Mantels' gemessen. Die Länge seiner Tentakelarme wird nicht berücksichtigt.

Das bisher größte gemessene Exemplar hat eine Länge von zwölf Metern. Bei dieser Länge bringt das Weichtier rund 200 Kilogramm auf die Waage, möglicherweise sogar mehr.

Koloss-Kalmar kann über das Dreifache mehr wiegen

Es gibt außerdem noch den Koloss-Kalmar, das ist ein Tintenfisch, der in den Gewässern rund um die Antarktis vorkommt. Der hat zwar ein wenig kürzere Fangarme, dafür aber einen größeren und massigeren Körper. Und er ist auch mit bis zu 700 Kilogramm deutlich schwerer, als der Riesenkalmar.

Das Meeresmuseum Stralsund stellt einen sechs Meter langen Riesenkalmar aus, der vor der Küste Neuseelands gefangen wurde.
© picture-alliance/ dpa/dpaweb | Stefan Sauer
Mit seinen sechs Metern ist dieser Riesenkalmar eher ein kleines Exemplar. Gefangen wurde er vor der Küste Neuseelands und ist eines der Exponate des Meeresmuseum Stralsund.

Mit 30 Zentimeter großen Augen auch gut im Dunklen sehen

Mit einem Durchmesser von über 30 Zentimetern sind die Augen des Riesenkalmars die größten unseres Tierreichs.

Zum Vergleich: Die Augen eines Blauwals, der mit bis zu 33 Metern Länge das größte Tier der Welt ist, sind nur ein Drittel so groß. Große Augen sind besonders in der Tiefsee von Vorteil, weil die Menge des Lichts, die dorthin vordringt, sehr gering ist.

Fressen und gefressen werden

Um herauszufinden, wovon der Riesenkalmar sich ernährt, hat ein spanisch-italienisches Forscherteam die Mageninhalte von insgesamt sieben Riesenkalmaren untersucht. Die Weichtiere waren entweder an den Küsten der Iberischen Halbinsel angespült oder gefangen worden.

In den Mägen der Tiere fanden die Forschenden kleine Fische zwischen zwölf und 34 Zentimetern und auch kleinere Tintenfische. Die Forschenden glauben, dass Riesensepien vor allem aus dem Hinterhalt Jagd auf kleine Schwarmfische machen. Größerer Tiere aktiv zu verfolgen, würde die Riesenkalmare zu viel Energie kosten, nehmen die Forschenden an.

Fressfeinde: Pottwale, Orcas und große Haie

Riesenkalmare werden ihrerseits meist von Pottwalen gefressen. Das weiß man aufgrund der Narben der Pottwale, die nachweislich von sich Tentakelsaugnäpfen der Riesenkalmare verursacht werden kleinere Riesenkalmare werden offensichtlich auch von Orcas und großen Haien gefressen.