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Zentralasien wird als Reiseziel unterschätzt, finden Backpacker Lorenz Baumann und seine zwei Freunde. Also haben sie sich nach Kirgistan, Usbekistan und Turkmenistan aufgemacht. Auf ihrer Reise haben sie auf usbekischen Hochzeiten getanzt, während eines Schneesturms mit Einheimischen deutsche Weihnachtslieder gesungen und die Landschaften Zentralasiens bewundert.

Wild, offen und wunderschön, so beschreibt Lorenz Baumann Kirgistan. Es ist eins von drei Ländern entlang der Seidenstraße in Zentralasien, in dem er nach dem Abi mit zwei Freunden unterwegs war. Neben der weiten Natur und den vielen Bergseen erinnert sich Lorenz besonders an die Menschen und ihre gastfreundliche Art.

Für ihre Reise haben die drei ein paar Worte Russisch gelernt, um das Nötigste zu verstehen. Mit den Einheimischen unterhalten konnten sie sich aber immer, erzählt er. Das habe auch mit Händen und Füßen funktioniert. Auf ihren Handys konnten sie den Kirgisen zeigen, wie es bei ihnen zu Hause aussieht, was sie machen und wer sie sind.

Backpacker Lorenz Baumann mit seinen zwei Freunden beim Wandern am Fuße des Pik Lenin in Kirgistan.
© Lorenz Baumann
Backpacker Lorenz Baumann mit seinen zwei Freunden beim Wandern am Fuße des Pik Lenin in Kirgistan.

Ein anderes Mal haben sie deutsche Weihnachtslieder mit den Einheimischen geteilt. Inmitten eines Schneesturms auf dem Weg nach Talas, einer Stadt im Nordwesten von Kirgistan, saßen Lorenz und seine Freunde in einem umgebauten Sprinterbus mit etwa einem Dutzend Einheimischen. Als der Schneesturm immer stärker wurde und der Bus weiter die Serpentinen hochgefahren ist, haben die Kirgisen angefangen, traditionelle Lieder zu singen, erzählt er. Und weil die Freunde bei anderen deutschsprachigen Liedern wenig textsicher waren und trotzdem in den Gesang einsteigen wollten, haben sie den Kirgisen ihre Traditionen eben mit Weihnachtsliedern nähergebracht.

"Die Kirgisen bei uns im Bus haben angefangen, traditionelle Lieder zu singen. Das war eine ganz unwirkliche Atmosphäre. Und irgendwann haben wir auch angefangen, deutsche Lieder zu singen wie 'Stille Nacht' oder 'Oh Tannenbaum'."
Lorenz Baumann ist mit zwei Freunden durch Zentralasien gereist

Bei anderen Begegnungen mit den Menschen in Zentralasien haben ihnen die Einheimischen in Gesprächen auf Deutsch geantwortet. Gerade viele der älteren Menschen in Kirgistan und Usbekistan haben sich an Wörter auf Deutsch erinnert, die sie in der Schule gelernt hatten, als die Länder noch zur damaligen Sowjetunion gehörten, berichtet der Backpacker. Aber auch viele junge Leute lernen dort gerade wieder Deutsch. Manche von ihnen machen das, weil sie später in Deutschland studieren möchten, andere hoffen darauf, dass mehr Touristen in die zentralasiatischen Länder kommen – zum Beispiel aus Deutschland wie Lorenz und seine Freunde.

Prächtige Bauten und beeindruckende Natur

Dass der Tourismus in den drei Ländern weiter zunimmt, ist sichtbar, sagt er. Besonders in den usbekischen Städten Samarkand, Buchara und Xiva sind den drei Freunden viele deutsche Rentnergruppen begegnet.

Der Registan im usbekischen Samarkand zählt als einer der prächtigsten Plätze Zentralasiens.
© Lorenz Baumann
Der Registan im usbekischen Samarkand zählt als einer der imposantesten Plätze Zentralasiens.

Abseits der großen Städte sind sie eher auf Einheimische getroffen, die den deutschen Backpackern oft ihre Gastfreundschaft gewährten und sie nach Hause eingeldaden haben. In Usbekistan wurden Lorenz und seine Freunde auch mehrmals auf Hochzeiten eingeladen. "Auf jeder Hochzeit sind wird noch mal auf zwei, drei weitere Hochzeiten eingeladen worden. Und hätten wir jede Einladung angenommen, hätten wir wahrscheinlich noch Jahre in Usbekistan verbringen können", erzählt Lorenz.

Denn: Viele der Menschen in Zentralasien hätten ein positives Bild von Deutschland. Und weil Hochzeiten dort oft und groß gefeiert werden, gelten drei deutsche Backpacker unten den Gästen als etwas Besonderes, sagt er, weil sie eben auffallen. Auf einer Hochzeit wurden sie deshalb darum gebeten, eine Rede zu halten. Die Glückwünsche haben die drei Freunde allgemein gehalten, so Lorenz, das Brautpaar kannten sie nämlich nicht persönlich. Eine tolle Erfahrung war es trotzdem, sagt er.

Backpacker Lorenz Baumann und seine Freunde waren zu Gast auf einer usbekischen Hochzeit.
© Lorenz Baumann
Lorenz und seine Freunde waren zu Gast auf einer usbekischen Hochzeit.

Im Gespräch erzählt Lorenz noch mehr darüber, wie die touristische Infrastruktur in den Ländern entlang der Seidenstraße aussieht, wo die prächtigsten Gebäude der Seidenstraße stehen und wie es ist, durch Länder zu reisen, die autokratisch regiert werden.