Lara Emily hat viele Ambitionen und immer einen Plan, wie sie möglichst viel gebacken bekommt. Wie wir eine gute Balance zwischen Erfüllung und Überforderung mit unseren Vorhaben finden, erklärt der Psychologe Jan Rummel.

Lara Emily kennt das Gefühl, alles gleichzeitig machen zu wollen, sehr gut. „Ich möchte immer alles perfekt machen“, sagt sie. Zum Beispiel in der Schule: Sie lerne sehr gerne und möchte am liebsten überall eine Eins plus haben. Manchmal nehme sie sich da zu viel vor.

"Ich nehme mir in der Schule immer sehr viel vor – teilweise mehr, als ich eigentlich schaffe, weil ich alles perfekt machen will und überall eine Eins plus bekommen möchte."
Lara Emily ist ziemlich ambitioniert

Ehrgeiz, Disziplin und immer hundert Prozent geben – so läuft es bei ihr in allen Bereichen ihres Lebens. Früher sei das noch anders gewesen, sagt sie. Die Schule sei ihr schwer gefallen. Ihre Eltern wussten fast schon keinen Rat mehr. Da habe sie ein innerer Drang gepackt, zu zeigen, dass sie es besser kann. Tipps dafür habe sie vor allem in Büchern und Social Media gefunden.

Nicht auf Motivation warten, sondern anfangen

Taekwondo, Poetry-Slam, Content auf Instagram oder Youtube und sogar einen eigenen Podcast – auch in ihrer Freizeit macht Lara viele Sachen. Die Zeit einzuteilen, sei dabei weniger das Problem. Deutlich schwieriger sei es, ein gutes Energie-Management zu finden, sagt sie: "Ich habe mir überlegt, welche Aktivitäten geben oder nehmen mir Energie und plane meinen Tag ein bisschen danach."

Lara Emily
© Lara Emily
Lara Emily setzt sich hohe Ziele

Motivation ist nie beständig, findet Lara Emily. Wenn wir immer nur auf Motivation warten würden, dann könnten wir auch keine Gewohnheiten etablieren. Heißt: einfach anfangen. Denn erst auf die Aktion folge die Motivation.

"Wenn wir immer auf Motivation warten, dann können wir Gewohnheiten nie wirklich etablieren. Ich habe gelernt, dass Motivation immer auf eine Aktion folgt."
Lara Emily setzt sich hohe Ziele

So viele Dinge Lara Emily gerne machen würde, auch ihr werde es manchmal zu viel. Darum habe sie gelernt, zu priorisieren. "Wenn ich zu einer Sache ja sage, muss ich zu einer Sache nein sagen", sagt sie.

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Ziele dem Wohlbefinden anpassen

Manchen Menschen gehe es erst richtig gut, wenn sie sich viel vornehmen, "die brauchen das irgendwie", sagt der Psychologe Jan Rummel. Andere hingegen fühlten sich schnell überfordert. Das gelte es zu vermeiden. Darum sollten wir unsere Ziele auch so anpassen, dass wir uns wohlfühlen und mit unseren Bedürfnissen im Einklang sind.

Zum Jahreswechsel haben wir uns vielleicht vorgenommen, viel Sport zu treiben. Passiert ist aber nichts. "Wenn wir uns Dinge vornehmen, stellen wir uns vor, wie wir die später auch tun werden“, sagt Jan.

Jan Rommel
© Jan Rommel
Der Psychologe Jan Rommel

Was wir dabei oft vergessen, meint er: andere Aufgaben oder Probleme, die sonst im Alltag noch auf uns zukommen. Darum sollten wir realistisch planen und die potenzielle Hindernisse mitdenken.

"Wenn man anfängt, die potenziellen Hindernisse mitzudenken, dann kommt man vielleicht darauf, was auch tatsächlich umsetzbar ist."
Jan Rummel, Psychologe

Natürlich sind nicht alle Faktoren vorauszusagen, die unsere Vorhaben später noch beeinflussen können, sagt der Psychologe – Frustration zum Beispiel, wenn wir eine neue Sprache lernen wollen. Merken wir, dass uns das nicht so gut gelingt, können wir schnell an Motivation verlieren.

"Wenn man das Verhalten, dass man loswerden möchte, durch irgendwas ersetzt, dann fällt uns das deutlich leichter."
Jan Rummel, Psychologe

Was, wenn wir mit etwas aufhören wollen und motiviert sind, uns der Verzicht aber trotzdem schwer fällt? Bei der Abgewöhnung könne es sehr hilfreich sein, das Verhalten durch ein anderes zu ersetzen - zum Beispiel mit einem Apfel statt Chips auf der Couch, so der Psychologe.

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In diesem Beitrag enthaltene Kapitel:
  • Lara nimmt sich viel vor, kriegt aber auch viel gebacken
  • Psychologe Jan Rummel über die Balance zwischen Erfüllung und Überforderung
  • Ab 21
  • Moderatorin:  Shalin Rogall
  • Gesprächspartnerin:  Lara Emily, sie ist ziemlich ambitioniert
  • Gesprächspartner:  Jan Rummel, Psychologe