Benni wusste nur, dass er keinen Wehrdienst machen will. Er landete in einem Kinder- und Jugendhospiz mit teils schwerst-mehrfachbehinderten Kindern. Und er musste viel lernen. Zum Beispiel, wie man jemanden begrüßt, der sich nicht äußern kann.

Zum Wehrdienst wollte Benni Bauerdick nicht. Also leistete er seinen Zivildienst im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe ab. Manche Kinder und Jugendliche, die eine schwere Krankheit haben, kommen nur alle paar Wochen vorbei. Andere leben hier dauerhaft und werden jeden Tag gepflegt.

Benni hat nach einer gewissen Zeit alle Arbeiten übernommen: Waschen, Wickeln, Füttern, Toilettengänge. Seine Unsicherheit hat er mit der Zeit verloren. Am Anfang wusste er nicht einmal, wie er einem Jungen richtig "Hallo" sagt, der nicht sprechen und sich auch auf andere Weise kaum äußern kann. Benni hat es gelernt, und auch nach seiner Rückkehr ins Hospiz, nach zehn Jahren, wusste er noch, wie das geht. Es ist gar nicht schwer.

Benni erinnert sich noch daran, wie sehr er überfordert war, als er Lukas das erste Mal waschen sollte. Denn Lukas mag Wasser gar nicht und hat die komplette Etage zusammengebrüllt. "Ich war kurz davon, die Duschbrause in die Ecke zu pfeffern und den Raum zu verlassen", sagt Benni. Was geholfen hat: Einfach durchziehen. Und Witze machen. "Das habe ich auch gelernt: Es ist völlig OK, auch mal Witze über Behinderungen zu machen."