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Sogenannte Zombie-Firmen sind Unternehmen, die im Zuge der Corona-Krise eigentlich pleite sein müssten. Doch noch gibt es staatliche Hilfen und bis Anfang 2021 müssen Unternehmen zurzeit keine Insolvenz anmelden. Doch wie viele Zombie-Firmen gibt es eigentlich? Die Meinungen dazu gehen auseinander, so Sandra Pfister aus der Dlf-Wirtschaftsredaktion.

Die Frage, wie viele es solcher Zombie-Firmen gibt, ist deshalb wichtig, weil diese direkt mit dem Bankensektor zusammenhängen. Können die Unternehmen ihre Kredite an die Banken nicht zurückzahlen, kann das die Geldinsitute selbst gefährden.

Darüber, wie viele Zombie-Firmen es gibt und wie sehr der Bankensektor betroffen sein könnte, gehen die Meinungen auseinander.

  • Das private und unternehmensnahe Institut der Deutschen Wirtschaft warnt davor, dass es immer mehr Zombie-Unternehmen geben könnte.
  • Auch Felix Hufeld, Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), erwartet, dass Anfang 2021 eine erste Welle an Kreditausfällen auf die Banken zurollt. Das sagt er dem Handelsblatt.
  • Ebenso kommen Mahnungen aus der Wissenschaft: Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle prognostiziert, dass dutzende Banken und Sparkassen durch die Corona-Krise zahlungsunfähig werden könnten. Unter den günstigsten Berechnungen betreffe es 6 Prozent der Banken in Deutschland.

Nicht alle gehen von Bankenkrise aus

Andere schätzen die Situation als weniger bedrohlich an.

  • Die Frankfurt School of Finance zum Beispiel glaubt nicht, dass es so viele Zombie-Unternehmen gibt. Denn vor Ausbruch der Pandemie sei es der Wirtschaft jahrelang gut gegangen. Die private Wirtschaftsuni spricht von maximal einem Dutzend Firmen, die im Moment verschleiern könnten, dass sie kein funktionierendes Geschäftsmodell hätten.
  • Andere gehen davon aus, dass Pleiten vor allem im Einzelhandel oder bei Restaurants und Kneipen zu erwarten sind. Doch diese Unternehmen bekommen ihre Kredite meist von Sparkassen und Genossenschaftsbanken: Und das sind gerade die Banken, die nicht pleitegehen können, denn sie gehören den Kommunen und damit de facto dem Staat. "Bevor die richtig am Ende sind, muss viel passieren", sagt Sandra. Außerdem verleihen Banken nur einen Bruchteil ihres Geldes an Gastronomen, Hoteliers und so weiter.
"Viele sagen, es kommt nicht zu einer Bankenkrise wie 2008, wo der Staat einspringen musste."
Sandra Pfister, Dlf-Wirtschaftsredaktion

Die meisten Prognosen rechnen nicht mit einer Krise wie 2008, auch weil die Banken in den vergangenen zehn Jahren mehr Eigenkapital aufgebaut haben. Sie sind verstärkt Kunden losgeworden, die ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten. Außerdem haben die Bankhäuser einen Fonds aufgebaut, eben als Lehre aus dem Jahr 2008. Aus diesem Geldtopf können Banken in der Krise Geld bekommen.

Doch neben den Banken gibt es zahlreiche sogenannte Schattenbanken, also Hedgefonds, Geldmarktfonds oder auch Versicherer. Diese werden wenig reguliert, obwohl sie ihr Kreditvolumen vervielfacht haben. Genauer auf diese Anbieter zu schauen, wäre ebenso wichtig, so Sandra.