Ein Schuh, unterschiedliche Größen und irgendwie sitzt keiner so richtig gut. Wer kennt's? Offensichtlich ziemlich viele Frauen. Das zeigt zumindest eine Studie aus Australien. Warum ist es so schwierig, Schuhe mit der richtigen Passform zu finden?
Da sitzen wir im Schuhladen oder zu Hause, umgeben von Kartons. Denn obwohl wir eigentlich unsere Schuhgröße kennen, probieren wir ein Modell in unserer eigentlichen Größe und zur Sicherheit in einmal größer und einmal kleiner an.
Der Grund: Wir wissen nie genau, welche Größe am Ende wirklich passt. Und damit stehen wir nicht alleine da, zeigt eine Studie des Royal Melbourne Institute of Technology in Melbourne, Australien.
Schuhe passen oft nicht zu Füßen
Dafür wurden die Füße von 107 Frauen in Länge, Breite und Umfang vermessen. Das Ergebnis: "Rund zwei Drittel der Studienteilnehmerinnen trugen Schuhe, die nicht richtig zu ihren Füßen passten", sagt Britta Wagner aus dem Deutschlandfunk-Nova-Wissensteam. Meistens seien die Schuhe zu lang.
Der Grund ist, dass die Schuhe in der eigentlich passenden Länge häufig zu eng sind, sagt Britta Wagner. Eine größere Schuhgröße schaffe dann mehr Platz in der Breite, lasse vorne aber entsprechend mehr Luft.
"Die Australierinnen versagen nicht beim Schuhekaufen. Vielmehr ist das Größensystem der Schuhe zu schlecht, um die Maße von Füßen abzubilden."
Das Problem: Die gängigen Größensysteme orientieren sich vor allem an der Fußlänge, so Britta Wagner. "Im europäischen System entspricht beispielweise die Größe 39 ungefähr einer Fußlänge von 24,5 bis etwas mehr als 25 Zentimetern.
Je nach Marke kann das allerdings variieren." Noch größer sei die Lücke bei der Schuhbreite: Viele Modelle gebe es nur in einer oder maximal zwei verschiedenen Weiten.
Fuß ist nicht gleich Fuß
Dabei unterscheiden sich unsere Füße bei ähnlicher Länge deutlich voneinander. Vor allem am hinteren Teil, der Ferse, wo das meiste Teil des Gewichts drauf lastet.
"Besonders am Fußballen, also dort, wo ein großer Teil des Körpergewichts aufliegt, fanden die Forscherinnen große Unterschiede bei Breite und Umfang."
Und offenbar merken die Trägerinnen das: In einer ergänzenden Befragung berichteten fast 90 Prozent der befragten Frauen von mindestens einem Problem mit der Passform ihrer Schuhe.
Mehr Auswahl gefordert
Neben unterschiedlichen Längen brauche es mehr Auswahl bei den Schuhweiten, sagen die Forscherinnen. Denn Füße unterscheiden sich nicht nur individuell. Britta Wagner erklärt: "Die durchschnittliche Fußform kann sich je nach ethnischer Herkunft unterscheiden." Doch die gängigen europäischen, britischen und US-amerikanischen Größensysteme bilden diese Vielfalt nur begrenzt ab.
Wer sich nun fragt: Handelt es sich um ein reines Frauenschuhproblem oder ist es bei Männer- und Kinderschuhen ähnlich? Wissenschaftlich fundiert lässt sich diese Frage leider nicht beantworten, sagt Britta Wagner – Weit am meisten werden Frauenschuhe untersucht.
"In den meisten Studien aus dem Bereich geht es um Frauenschuhe – vielleicht, weil es da so viele unterschiedliche Modelle gibt: Stöckelschuh, Sneaker, Riemchensandale..."
Eine Studie können wir bei Deutschlandfunk Nova nicht durchführen, aber wenn ihr Lust habt, berichtet uns doch von euren Erfahrungen beim Schuhkauf per Whaptsapp: 03085038503.
