Deutsche Erdbeeren sind gar nicht so teuer. Das liegt auch daran, dass Erntehelfer aus Osteuropa zu uns kommen. Doch das könnte sich ändern. Zum Ende der Saison heißt es: Es mangelt an Erntehelfern.

In den Heimatländern der Erntehelfer, Rumänien zum Beispiel, geht es wirtschaftlich immer besser. Deshalb bleiben die Menschen eher in ihrer Heimat. "Ein anderer Grund ist, dass viele Leute in andere Industrien gehen", erzählt Simon Schumacher vom Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer. Viele kommen zwar noch nach Deutschland, liefern aber lieber Pakete aus. Damit verdienen sie zwar nicht mehr, müssen dafür aber nicht gebückt über die Felder gehen. 

Erntehelfer werden zu Paketlieferanten

Die Probleme haben für die Landwirte mit der Einführung des Mindestlohns angefangen. Würden die Landwirte den Erntehelfern mehr bezahlen, würde das nichts helfen, sagt Simon Schumacher. Denn viele reisen vorzeitig ab, weil sie bereits genug verdient haben. Zum Ende der Saison fehlen dann die Helfer. 

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

"Wir brauchen Zugang zu weiteren Erntehelferländern", sagt Simon. Die Situation in Rumänien wird sich weiter verbessern, so dass weniger Leute kommen. Auf dem europäischen Arbeitsmarkt werden immer mehr Leute gesucht - auch für andere Industrien. Der Verband fordert deshalb Zugang zur Ukraine, und dass Menschen aus dem Balkan einfacher nach Deutschland reisen können. 

Deutsche Erntehelfer

Drei Monate lang brauchen die Erdbeerbauern Erntehilfe. Es ist also Saisonarbeit. Deshalb ist es keine Perspektive für Menschen aus Deutschland, die langfristig Arbeit suchen. Die Landwirte wollen die Arbeitsbedingungen für die Erntehelfer deshalb verbessern, damit die vielleicht doch länger bleiben. Die Erdbeeren werden etwas höher angebaut - auf Hüfthöhe oder sogar Schulterhöhe, so dass sich die Erntehelfer nicht so stark bücken müssen.

"Seit drei Jahren sehen wir, dass sich die Situation verschlechtert. Wir wissen selbst nicht, was wir tun sollen. ​Es wird wahrscheinlich eine Flächenreduktion geben."
Simon Schumacher, Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e.V.

In Norwegen werden sogar Vietnamesen als Erntehelfer eingeflogen. In Deutschland würde das nicht funktionieren, weil Spargel und Erdbeeren in Discountern so günstig angeboten werden, dass so ein Arbeitskräfte-Transfer nicht finanzierbar ist. Wir als Kunden sind also auch ein bisschen Schuld, wenn wirklich bald 23 Prozent der Anbauer keinen Spargel und keine Erdbeeren mehr anbauen. 

Mehr zum Thema: