In den USA hat der Cosmic Crisp einen reißenden Absatz: Schmeckt super und ist sehr haltbar, seine Öko-Bilanz ist auch gut. Noch ein bisschen Geduld, dann können wir den Apfel auch bald bei uns kaufen.

Cosmic Crisp schmeckt erst einmal ganz klassisch nach Apfel, sagt Ines Hanrahan. Sie hat mit an diesem Apfel geforscht und ist Excutive Director of the Washington Tree Fruit Research Comission.

"Cosmic Crisp hat ein super ausgewogenes Aroma, ausgewogenes Verhältnis von Säure und Süße und er ist super knackig und saftig."
Ines Hanrahan hat Cosmic Crisp mitentwickelt
Ines Hanrahan
© Ines Hanrahan

Den spacigen Namen haben die Forschenden dem Apfel aber nicht alleine gegeben. Verbraucher haben ihn mitkreiert, das war dem Team wichtig. Die dunkelrote Farbe mit den hellen Flecken hat die Menschen zum "Kosmischen" inspiriert, erklärt Ines Hanrahan. Beim Essen haben die Namensgeber mehrheitlich den Eindruck "crisp" gehabt. Macht im Ergebnis: Cosmic Crisp. "Crisp" hat außerdem den Vorteil, dass es eine Verwandtschaft zu Hannah Crisp gibt – eine sehr erfolgreiche Apfelsorte in den USA, sagt Ines Hanrahan.

Apfelsorte für den US-amerikanischen Geschmack

Gerade für den US-amerikanischen Markt sei es wichtig, dass Obst "sexy" ist. Die US-Amerikaner würden ein Drittel bis die Hälfte weniger Äpfel als die Europäer essen. Die Kreuzung Cosmic Crisp ist auch speziell für den US-amerikanischen Markt entwickelt worden.

Ziel war es, eine Sorte zu züchten:

  • die leicht produziert werden kann,
  • hohe Erträge bei wenig Aufwand und
  • gute Fruchtfleischfestigkeit hat,
  • wenig Sonnenbrand und Druckstellen bekommt und
  • sich gut lagern lässt.
"Man wollte einen Ersatz für den Red Delicious finden, der den Markt dominiert hat, zwar schön rot aussieht, aber der wie Pappe schmeckt. Er heißt "roter Köstlicher" ist aber eigentlich der "rote Schreckliche."
Ines Hanrahan hat Cosmic Crisp mitentwickelt

Das besondere an dem Apfel ist nicht nur sein Geschmack, sondern dass er ein Jahr lang haltbar ist. Das war auch das eigentliche Forschungsziel des Wissenschaftsteams. Ines Hanrahan erklärt, dass der Alterungsprozess bei Cosmic Crisp normal abläuft, aber eben nur stark verlangsamt.

Verlangsamte Alterung macht Apfel haltbarer

Das Alterungshormon Ethylen wird bei Cosmic Crisp nur vermindert produziert, wodurch er länger haltbar ist, sagt Ines Hanrahan. Der hohe Zucker- und Säuregehalt des Apfels unterstützt diese Eigenschaft. Das sind die Stoffe, die bei der Lager veratmet werden, also dem Apfel entweichen. Hat er mehr davon, dauert der Prozess länger, erklärt Ines Hanrahan.

Die Apfelsorte ist sehr begehrt und die Obstbauern kommen mit der Produktion kaum hinterher, sodass der Preis von Cosmic Crisp ziemlich hoch ist, worüber sich die Produzenten freuen.

"Dass Cosmic Crisp so teuer ist, ist schön für die Obstbauern, die viel Geld in die Entwicklung gesteckt haben."
Ines Hanrahan hat Cosmic Crisp mitentwickelt

Der Züchtungsprozess dauert ungefähr 20 Jahre, bis eine neue Apfelsorte entwickelt ist, sagt die Agrartechnikerin. Dafür werden viele tausende Bäume angepflanzt. Erst nach sechs Jahren weiß man, ob ein Baum dabei ist, der das Obst trägt, das den Vorstellungen nahe kommt. Wenn dann so eine Sorte identifiziert ist, werden ein paar Bäume bei Obstbauern in den Plantagen angebaut, um zu sehen, wie sie sich wirtschaftlich nutzen lassen.

Gute Öko-Bilanz: wenig anfällig, keine Pestizide

Und Cosmic Crisp hat noch einen Vorteil: "Er ist für die Energiebilanz sehr gut", sagt Ines Hanrahan. Die Sorte ist wenig anfällig für Schäden vor der Ernte und bei der Lagerung gibt es auch wenig Verluste. Bei anderen Obstsorten werden häufig um die 30 Prozent entsorgt, weil es Schaden genommen hat oder verfault ist.

"Cosmic Crisp ist von der Öko-Bilanz her betrachtet ein sehr guter Apfel."
Ines Hanrahan hat Cosmic Crisp mitentwickelt

Die Apfelbauern aus Südtirol haben eine Sublizenz für den Anbau erhalten und dürfen ihn Europa verkaufen. Ines Hanrahan sagt, dass Cosmic Crisp dann in zwei bis drei Jahren auch in Europa erhältich sein müsste.