Über 5.000 Gegenstände hat der Geschichtsstudent Hendrik Heetlage schon in die Datenbank aufgenommen: Zettel, Bücher und Skulpturen aus dem alten Wohnhaus von Helmut und Loki Schmidt. 

Im vergangenen Jahr hat die Helmut und Loki Schmidt Stiftung eine studentische Hilfskraft gesucht. Hendrik Heetlage hat sich beworben und ist schon kurz darauf nach Langenhorn in das ehemalige Wohnhaus der Schmidts gefahren. Und schon hatte er den Job. 

Helmut Schmidts Wohnhaus in Hamburg Langenhorn

"Helmut Schmidt legt Wert darauf, dass das Wohnhaus dem eines sozialdemokratischen Kanzlers entspricht."
Hendrik Heetlage über den Anspruch der Inventatisierung
Porträt von Hendrik Heetlage
© Hendrik Heetlage | privat,
Hendrick Heetlage studiert Geschichte im Master in Hamburg

Langenhorn ist ein Stadtteil von Hamburg, in dem viele Kleinfamilien in Reihenhäusern leben. Das Wohnhaus der Schmidts ist zwar kein Reihenhaus, fällt aber trotzdem nicht aus der Reihe, weil es so unauffällig ist. Genau das war Helmut Schmidt wichtig. 

Seit einem Jahr katalogisiert Hendrik Heetlage mit der Kunsthistorikerin Friederike Weimar den gesamten Bestand im Wohnbereich. Das heißt, Hendrik Heetlage dreht und wendet jeden Gegenstand und trägt ihn in eine Datenbank ein. 

Der Eingangsbereich des Wohnhauses von Loki und Helmut Schmidt in Hamburg Langenhorn
Der Eingangsbereich des Wohnhauses von Loki und Helmut Schmidt in Hamburg Langenhorn.

Nachdem Hendrik die Gegenstände in die Datenbank eingetragen und sie fotografiert hat, stellt er sie wieder an die alte Stelle zurück. Über 5000 Gegenstände hat er im Laufe des letzten Jahres katalogisiert. 

Kleine Figuren, Vasen, Bücher, kleine Zettel - all das steht in dem Wohnhaus und genau das ist auch das Besondere daran, findet Hendrik. Er entdeckt oft Gegenstände, mit denen er nicht gerechnet hat. Aber auch wertvolle Kunst und Skulpturen.

Helmut Schmidts Schreibtisch
Helmut Schmidts Schreibtisch

Als er beim Schreibtisch angekommen war, fand er einen Salzstreuer. "Ich hätte ihn nicht auf dem Schreibtisch von Helmut Schmidt erwartet", erzählt er. Danach erst hat er erfahren, dass Helmut Schmidt wirklich viel Zeit an diesem Tisch verbracht hat. 

Die Arbeit macht ihm Spaß, sagt er. Manchmal ist es auch einfach nur Routine, aber wenn auf einem Zettel oder in einem Buch etwas Persönliches von Helmut Schmidt steht, findet er es besonders interessant. "Gerade war ich bei einer Gesamtausgabe des deutschen Klassikverlages, und da ist viel reingeschrieben."

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