Gerade hat der Einkaufswagen seinen 80. Geburtstag gefeiert. Wir fragen: Hat er eine Zukunft? Und wenn ja: welche?

Ein Einkaufswagen ist mit 100 bis 250 Euro pro Stück nicht ganz billig, stabil und langlebig. Trotzdem: Eigentlich ist der Metall- oder Kunststoffkorb mit vier Rollen drunter Low-Tech und nichts aufregendes.

Beim Einkaufswagen der Zukunft könnte das spannender werden:

  • Ein Eingebautes Display navigiert uns direkt zu den Produkten
  • Per Knopfdruck scannt der Einkaufswagen das Gesicht des Kunden und folgt ihm überall hin, ganz automatisch, selbstfahrend
  • Vorstellbar ist ein (RFID-)Scanner im Einkaufwagen, der direkt erkennt, welche Produkte wir einladen. Der Bezahlprozess erfolgt so quasi mal eben beim Verlassen des Supermarktes

Oder doch eher gar keine Einkaufswagen mehr?

Der Handelsverband Deutschland schätzt, dass bis zum Jahr 2020 etwa 50.000 Einzelhändler(-filialen) aufgeben werden - auch etwa wegen der zunehmenden Online-Einkäufe von Lebensmitteln. Damit wäre auch die Existenz der Einkaufswagen bedroht.

Der Online-Anteil am Lebensmittel-Einzelhandel liege aber noch bei unter einem Prozent, sagt Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland. In Deutschland komme die sehr gute Nahversorgung dazu: Die Menschen müssten in aller Regel nicht weit laufen oder fahren bis zum nächsten Lebensmittelladen.

Klick den Reis

Die Supermärkte können in Zukunft vor allem dann konkurrenzfähig bleiben, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Sebastian Sonntag, wenn sie: 

  • noch mehr Service anbieten
  • Techniken einsetzen, die man schon aus dem Netz kennt

Im Film "Minority Report" wird Tom Cruise zum Beispiel von einem Hologramm begrüßt, als er einen Supermarkt betritt. Ihm werden dann Artikel vorgeschlagen. Solche Konzepte gibt es schon, allerdings nicht mit Hologrammen, sondern auf unseren Handys. 

"Es werden dann zum Beispiel Rabattcoupons auf die Handys der Kunden gesendet, sobald sie in bestimmten Entfernungen an Läden vorbeigehen - sofern sie diese Coupons haben wollen."
Stefan Hertel, Handelsverband Deutschland

Ein Supermarkt in Düsseldorf druckt seine Produkte auf eine große Wand. Mit dem Smartphone scannt der Kunde die QR-Codes, anschließend packt ein Mitarbeiter die Lebensmittel zusammen.

"Das Handy könnte den Einkaufswagen vielleicht sogar ersetzen."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk Nova

Eine passende App kann helfen, das richtige Produkt zu finden. Wenn ihr vor dem riesigen Regal mit Druckerpatronen steht, scannt ihr kurz eure alte ein, und dann leuchtet im Regal das Fach auf, wo die passende neue liegt. 

Oder ihr bekommt Zusatzinformationen über ein Produkt. Wenn eine französische Weinflasche plötzlich anfängt, mit euch zu reden, seid ihr also nicht (unbedingt) betrunken...

Die analogen Old-School-Einkaufswagen scheinen ihren Reiz im Jahr 2017 trotzdem noch nicht ganz verloren zu haben: Unbekannte haben von einem Parkdeck in Wetzlar hunderte Einkaufswagen gestohlen. Wert: über 30.000 Euro.