Am 7. November 2019 erscheint das Erotik-Magazin "Playboy" das letzte Mal im Burda Verlag. Danach wollen die bisherigen Chefredakteure das Magazin eigenständig weiterführen. Obwohl die Zukunft für Printprodukte nicht gerade rosig scheint.

Auf dem Cover eine Frau mit nacktem Oberkörper. Die Titelstory: "Die besten Erotikfotografinnen unserer Zeit". So sieht sie aus die letzte Ausgabe des "Playboy". Wobei - die wirklich letzte Ausgabe ist es dann doch nicht. Das Magazin wird nur nicht weiter von Burda produziert. Stattdessen will das bisherige Führungsduo, bestehend aus Verlagsleiterin Myriam Karsch und Chefredakteur Florian Boitin, das Magazin in einer eigenen GmbH herausgeben.

Warum Burda den "Playboy" aus dem Programm gestrichen hat, sagt der Verlag nicht so richtig. Laut einem offiziellen Burda-Statement ist von einer guten Entwicklung die Rede - trotz schwieriger Marktbedingungen. Die Zahlen zeigen aber: Der Playboy hatte schon bessere Zeiten. Im letzten Quartal wurden laut des Statistikportals Statista 117.000 Exemplare verkauft. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2012 waren es noch 260.000 Exemplare - also locker doppelt so viele.

"Gedruckte Erotik ist natürlich nicht mehr der heißeste Scheiß."
Dominik Peters, Deutschlandfunk Nova

Mit der negativen Entwicklung der Verkaufszahlen hat der "Playboy" nicht allein zu kämpfen. Das Phänomen betrifft fast die komplette Zeitschriftenbranche. Und während sich Jugendliche in den 1980ern den "Playboy" noch heimlich besorgt und unter dem Bett vor ihren Eltern versteckt haben, schämt sich heute kaum noch jemand dafür, das Magazin zu lesen. Die Zielgruppe sind auch längst nicht mehr Pubertierende, die nackte Frauen sehen wollen. Laut Angaben von Florian Boitin ist der durchschnittliche Leser heute 38 Jahre alt, gebildet und gut verdienend mit Interesse für Sport und Genuss.

"Playboy" funktioniert auf Youtube nicht

Ob sich das Magazin nach dem Neustart inhaltlich verändern wird, ist schwer zu sagen. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Dominik Peters sagt, das, was bisher bekannt ist, klingt eher nach Marketing-Wischiwaschi. Denn dass GmbH-Geschäftsführer Florian Boitin davon überzeugt ist, dass der "Playboy" weiterhin eine Daseinsberechtigung hat, ist jetzt wenig verwunderlich.

Myriam Karsch und ich sind deshalb mehr denn je davon überzeugt, dass die klar positionierte Lifestylemarke Playboy auch künftig eine führende Rolle in der deutschen Medienlandschaft spielen wird."
Florian Boitin, Chefredakteur des Playboy

In den sozialen Netzwerken hat das Magazin durchaus Fans. Bei Facebook sind es aktuell mehr als 2,2 Millionen Seitenabonnenten, bei Instagram folgen 242.000. Bei Youtube läuft es allerdings weniger gut. Auf dem Kanal ist ein buntes Sammelsurium eher mäßig gut produzierter Videos zu finden, sagt Dominik Peters. Die Themen: Sex, Fakten über Hintern, Reisethemen und Vorstellungen der jeweiligen Monats-Missen. Auch Videos für eine weibliche Zielgruppe werden angeboten. Da erklärt zum Beispiel das Wiesn-Playmate, welche Qualifikationen eine potenzielle Nachfolgerin haben muss.

Aber die Frage ist, ob das nach #metoo und in der aktuellen Feminismusdebatte alles noch so zeitgemäß ist. Der Playboy selbst versteht sich seit seiner Gründung in den prüden, verklemmten 50er Jahren als Vorreiter in Sachen Emanzipation. Weil Frauen sich so zeigen könnten, wie sie sich mögen und tun und lassen könnten, was sie wollen. Auf der anderen Seite gibt es eben die Kritik, dass die nackten Frauen vor allem so in Szene gesetzt sind, dass sie den männlichen Blick auf den weiblichen Körper bedienen.