Was die Zukunft einmal bringt, wissen wir heute nicht. Beeinflussen können wir sie aber schon – negativ wie positiv. In seinem Vortrag durchleuchtet Kulturwissenschaftler Mark Schmitt unser Verhältnis zu Vergangenheit und Zukunft.

Wie stehen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander in Verbindung? Eine abstrakte philosophische Frage, die auch politisch ist. Denn unser Verhältnis zur Zeit ist kulturell geprägt und hat sich im Laufe der Geschichte immer wieder gewandelt, erklärt Kulturwissenschaftler Mark Schmitt.

"Angesichts von Finanz- und Klimakrise zeichnen sich verstärkt Bestrebungen ab, die Zukunft zurückzuerobern."
Mark Schmitt, Kulturwissenschaftler

In den 1980er-Jahren prägte der Slogan "No Future" die britische Punkbewegung. In Deutschland gab es die Null-Bock-Generation. Heute sieht es anders aus: Bewegungen wie Extinction Rebellion und Fridays for Future wollen deutlich machen, wie düster unsere Zukunft werden könnte, wenn wir nichts tun. Unsere Einsatzbereitschaft ist dabei ganz entscheidend: Es liegt an uns, wie unsere Zukunft aussehen wird.

Zukunft ist nicht von Zufall geprägt

Mark Schmitt ist Anglist und Kulturwissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören britische Gegenwartsliteratur und -kultur, Film und Critical Whiteness.

In seinem Vortrag erzählt er, wie unser Verhältnis zu Vergangenheit und Zukunft sich im Laufe der Zeit verändert hat und wie heute in den Kulturwissenschaften über Zukunft gedacht wird.

"Die Vergangenheit lässt sich nicht abschütteln und trägt zugleich Spuren der Zukunft in sich."
Mark Schmitt, Kulturwissenschaftler

Mark Schmitts Vortrag hat den Titel "The Shape of Things to Come: Gegenhegemoniale Zukünfte und die Möglichkeiten der Cultural Studies". Er hat ihn am 16. Juni 2020 über Zoom gehalten - im Rahmen der Reihe "Carte Blanche", die vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen veranstaltet wird.