Landwirtschaftsminister Christian Schmidt will Städter wieder zurück in ihre ländliche Heimat locken. Sein Vorbild ist ein Rückkehrerprogramm des Hochsauerlandkreises. Sauerländer im Exil bekommen Pakete mit heimischen Produkten zugeschickt und Hilfe bei der Job- und Wohnungssuche.

Seit Jahren bewegt sich die deutsche Bevölkerung durch eine Einbahnstraße vom Land in Richtung Stadt. Vor allem die entlegenen Regionen, fernab der Großstadt-Speckgürtel, haben mit der Landflucht zu kämpfen. Allein schon wegen der fehlenden Jobs.

"Ich wüsste jetzt nicht, was wir mit einem Masterabschluss auf dem Land anfangen sollten. Und wenn in näherer Umgebung auch keine Großstädte sind, kann man auch nicht auf dem Land leben und in der Stadt arbeiten."
Tabea, kommt ursprünglich aus Ida-Oberstein in Rheinland-Pfalz

Auch das Sauerland in Nordrhein-Westfalen gehört zu den bedrohten Regionen. Jeder dritte Sauerländer zwischen 18 und 25 Jahren verlässt seine Heimat, sagt Sandra Schmitt von der Wirtschaftsförderung im Hochsauerlandkreis. Sie arbeitet dafür, dass "einmal Großstädter" nicht unbedingt "immer Großstädter" bedeutet.

"Unser Problem im Zuge der Landflucht ist, dass die meisten das Zurückkommen eben vergessen."
Sandra Schmitt von der Wirtschaftsförderung im Hochsauerlandkreis

Mit ihrem Projekt "Heimvorteil" will Sandra Schmitt weggezogene Sauerländer an die Möglichkeit einer Rückkehr in die ländliche Heimat erinnern. Ihre Argumente: Erfolgreiche Unternehmen und deshalb auch Jobs gebe es im Sauerland genug und eine schöne Umgebung obendrauf. 

Jobsuche auf dem Land per Steckbrief

Mit dem Projekt will sie die Rückkehr für die Exil-Sauerländer möglichst einfach gestalten und bietet auch einen Steckbrief zur Jobsuche an. Dabei gibt jeder Interessent seine Schlüsselqualifikation an und die Infos gehen dann an die kommunalen Wirtschaftsförderer und von da an die passenden Unternehmen vor Ort.

Das Projekt läuft seit Anfang 2016 und bereits 25 solcher Steckbriefe hat sie bislang verschickt. Obendrauf gibt es noch Hilfe bei der Suche nach Wohnungen oder Kita-Plätzen, die auf dem Land generell einfacher zu bekommen sind als in der Stadt. Kritische Stimmen sagen aber auch, dass wir den Bevölkerungsschwund auf dem Land zum Teil einfach akzeptieren müssen, weil wir ihn nicht mehr zurückdrehen können.