Flüchtlinge aus Syrien, Irak oder Afghanistan können ziemlich sicher mit Asyl rechnen, ihre Durchreise durch Mazedonien ist legal. Alle anderen werden an einem Nadelöhr eingesammelt und zurückgeschickt.

In Mazedonien führen die Autobahn, Landstraße und Eisenbahntrasse parallel durch einen Taleinschnitt zweier Gebirgszüge nach Serbien: Das Nadelöhr in den Westen. Hier müssen alle Flüchtlinge durch. Die sogenannten SIA-Flüchtlinge, die aus Syrien, Irak oder Afghanistan fliehen, sind quasi anerkannt. "Flüchtlinge aus allen anderen Ländern", erklärt Flüchtlingshelferin Milena Spielvogel, "haben nicht die Erlaubnis, die Struktur, die wir für Flüchtlinge entwickelt haben, zu nutzen. Sie müssen heimlich die Grenzen passieren."

Werden die illegalen Flüchtlinge an diesem Nadelöhr aufgegriffen, werden sie in Bussen zurück an die griechisch-mazedonische Grenze gebracht.

"Mein Fokus wird auf jeden Fall sein, diese Menschen zu unterstützen, die vom Rest der Welt illegalisiert werden, die zu Illegalen erklärt werden und damit rechtlos sind."
Milena Spielvogel, Flüchtlingshelferin

Die 25-jährige Milena ist freiwillige Helferin. Es sei sehr schwierig diesen Non-SIA-Flüchtlingen zu helfen, weil sie eine riesige Angst hätten einerseits von der Polizei entdeckt zu werden, die auch zivil unterwegs sei. Andererseits hätten sie Angst vor der Mafia, die in den Grenzgebieten präsent ist. Deshalb hätte Flüchtlingshelfernetzwerk eine indirekte Hilfe aufgebaut mit verschiedene Versorgungspunkten, wo sie Nahrungsmittel, medizinische Versorgung, einen Gaskocher, Kaffee, Taschenlampen und alles, was für Flüchtlinge primär wichtig ist, bereitstellen. "Unabhängig von unserer Präsenz können sie gestärkt ihren Weg durch Mazedonien fortsetzen", erklärt Milena.

"Wer diesen Weg auf sich nimmt, macht es nicht grundlos."
Milena Spielvogel, Flüchtlingshelferin

Milena kann nicht verstehen, warum die Flüchtlinge in legale und illegale aufgeteilt werden, denn sie hätten alle ihre Gründen, ihre Heimat zu verlassen. Milena ist ausgebildete Theaterpädagogin. Bis Sommer will sie noch in Mazedonien bleiben und den Menschen helfen: "Ich bin so privilegiert, ich kann mich überall frei bewegen in der ganzen Welt. Ich verstehe nicht, warum das nicht allen Menschen erlaubt sein soll."

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