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Bei ARD und ZDF lief das zweite Triell der Kanzlerkandidaten und -kandidatin. Armin Laschet und Olaf Scholz gingen ins persönliche Duell. Annalena Baerbock musste sich teils raushalten. Ein Thema tauchte gar nicht auf: die Außenpolitik.

Gestern Abend (12. September) kam es zum zweiten Mal zur Dreier-Debatte im Fernsehen zwischen Armin Laschet (CDU), Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD). Sie alle drei wollen Kanzler beziehungsweise Kanzlerin werden. Diskutiert wurde bei ARD und ZDF.

Im Vergleich zum ersten Triell war der Ton rauer, so die Politikwissenschaftlerin Julia Reuschenbach. "Und die Vorwürfe werden etwas schäfer." Das sei aber auch nicht verwunderlich, denn die Bundestagswahl am 26. September rückt immer näher.

Duell Laschet versus Scholz

Diesmal sei die Debatte stärker ein Duell zwischen Armin Laschet und Olaf Scholz gewesen, so Julia Reuschenbach. "Annalena Baerbock war tatsächlich weniger die Zielscheibe von Angriffen ihrer beiden Kontrahenten." Teils habe sich die Grünen-Politikerin wohl oder übel raushalten müssen. Denn Armin Laschet und Olaf Scholz machten sich häufig direkte Vorwürfe.

"Armin Laschet und Olaf Scholz haben sich an vielen Stellen mit direkten, gegenseitigen Vorwürfen konfrontiert."
Julia Reuschenbach, Politikwissenschaftlerin Uni Bonn

Das sei auch ein Dilemma für Annalena Baerbock gewesen. "Da hatte sie die gleichwohl schwierige Rolle, sich immer wieder in dieses Duell dazwischen zu kämpfen", sagt Julia Reuschenbach. Das habe die Grünen-Politikerin immer wieder getan, dennoch sei sie stellenweise in den Hintergrund geraten.

Umfragewerte nach dem TV-Duell

Dennoch konnte Annalena Baerbock immer wieder thematische Akzente setzen, so die Politikwissenschaftlerin. In den unmittelbaren Umfragen nach dem TV-Duell wurde sie von vielen als sehr tatkräftig wahrgenommen.

Armin Laschet konnte in den Umfragen im Vergleich zu vor dem Triell zulegen. Trotzdem sei zum Beispiel bei den Kompetenzwerten noch "viel Luft nach oben", sagt Julia Reuschenbach. "Da lag Armin Laschet deutlich hinter Olaf Scholz."

Der CDU-Politiker kämpfe an vielen Fronten, so Julia Reuschenbach. "Meines Erachtens, haben wir gestern Abend den Eindruck gewinnen können, dass er nicht unbedingt versucht über Persönlichkeitswerte die Wahl noch rumzureißen." Laschet versuche eher auf Kompetenzwerte abzuzielen sowie Versäumnisse der politischen Gegner – vor allem von Olaf Scholz – zu betonen.

Digitalisierung, Klimakrise, Pandemie

Während des Triells wurden viele Themen angeschnitten und mal länger, mal kürzer diskutiert. Dazu gehörten die Klima- und Coronapolitik. Ebenso der Stand der Digitalisierung in Deutschland. Aber ein Thema wurde gar nicht diskutiert. Das war die Europa- und die Außenpolitik. Das Nicht-Thema des Abends, findet Stephan Detjen aus unserem Hauptstadtstudio.

Seine Sicht auf das Triell hört ihr, wenn ihr hier unten auf Play drückt.

Stephan Detjen, Hauptstadtstudio. Das ganze Gespräch hier im Audio.
"Es gab vor allem ein Nicht-Thema des Abends: Außenpolitik und Europa spielten überhaupt keine Rolle."