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Wenn uns jemand blöd kommt, dann beschäftigt uns das manchmal noch eine ganze Weile.

Das kann zum Problem werden, wie ein Forschungsteam aus den USA in einem Fachjournal (Applied Psychology) schreibt: In mehreren Versuchen haben sie festgestellt, dass Unhöflichkeit einen Ankereffekt wahrscheinlicher macht. So nennt man es, wenn wir an einer Idee hängenbleiben, auch wenn es danach Hinweise darauf gibt, dass diese erste Idee falsch ist.

In einem Versuch mit angehenden Anästhesistinnen und Anästhesisten blieben die an der ersten falschen Diagnose-Idee hängen, wenn ein Arzt reinkam und sie oder andere Personen anpöbelte - und zwar obwohl es danach immer wieder Hinweise darauf gab, dass das Problem ein anderes war. Dabei war es egal, ob sie selbst unhöflich behandelt wurden oder jemand anderes.

Den Forschenden zufolge können uns Kleinigkeiten stärker beeinflussen als uns bewusst ist. Außerdem meinen sie, dass wir unterschätzen, wie wichtig es ist, wie wir andere Menschen behandeln. In manchen Fällen - wie zum Beispiel in der Medizin - könnte unhöfliches Verhalten sogar zu tödlichen Fehldiagnosen führen.