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Ein gängiges Vorurteil gegen gleichgeschlechtliche Eltern: Sie erzögen ihre Kinder so, dass die Kinder sich am Ende für ihr Geschlecht untypisch verhielten.

Verhaltensforscher der Universität Kentucky haben dieses Vorurteil widerlegt. Sie beobachteten die Entwicklung von Kleinkindern über fünf Jahre. Dabei stellten sie fest, dass die Lieblingsspiele und -Spielzeuge von Kleinkindern viel verlässlichere Anzeichen für ihre spätere Entwicklung sind als die Sexualität ihrer Eltern.

Die Forscher haben mehr als 100 Familien untersucht - mit schwulen, lesbischen und Hetero-Eltern. Beobachtet wurde, wie die Kinder spielten, außerdem mussten die Eltern Fragebogen ausfüllen. Fünf Jahre später kamen die Forscher zu den Familien zurück. 

Jungs eher geschlechterkonform als Mädchen

Bei beiden Untersuchungen bekamen die Kinder verschiedene Spielzeuge zur Auswahl - neutrale Dinge, zum Beispiel ein Bilderbuch oder Malsachen, oder eher "geschlechtertypische" Spielzeuge, wie Bälle für Jungs und Puppen für Mädchen.

Im Vergleich haben die Forscher drei Dinge herausgefunden: 

  • Erstens waren in beiden Gruppen Kinder dabei, die sich geschlechtertypisch verhielten und welche, die sich nicht geschlechtertypisch verhielten. Welche das waren, hatte aber nichts damit zu tun, ob ihre Eltern ein schwules, lesbisches oder heterosexuelles Paar waren. 
  • Zweitens: Die Jungs verhielten sich eher geschlechterkonform als die Mädchen. 
  • Und drittens: Ob sich ein Kind eher geschlechtstypisch oder untypisch verhielt, hat sich über die fünf Jahre zwischen dem ersten und zweiten Experiment eigentlich nicht verändert. Das heißt: Ein Mädchen, das mit drei Jahren lieber mit Autos spielt, spielt auch mit acht lieber mit Autos.

Fazit der Forscher: Die geschlechtliche Identität der Kinder entwickelt sich unabhängig von einem männlichen und einem weiblichen Elternteil.

Kinder von homosexuellen Paaren sind toleranter

Trotzdem ist es nicht so, dass es beim Aufwachsen von Kindern mit schwulen oder lesbischen Eltern überhaupt keine Unterschiede gäbe.

"Frühere Studien haben zum Beispiel schon gezeigt, dass Kinder homosexueller Paare toleranter sind, wenn sie jemanden treffen, der nicht in die klassischen Geschlechterrollen passt."

Und Kinder lesbischer Paare sind mit geringerer Wahrscheinlichkeit der Meinung, dass ihr eigenes Geschlecht besser ist als das andere