Bulldoggen und Möpse sehen niedlich aus mit ihren platten Nasen, oft können diese Hunderassen aber nicht richtig atmen und bekommen Haut- und Augeninfektionen.

Der britische Tierarztverband hat deshalb die #breedtobreathe-Kampagne gestartet, um künftige Hundebesitzer aufzuklären. Eine Umfrage unter Tierärzten in Großbritannien hat ergeben, dass in den letzten Jahren immer mehr Hunde wegen Atemnot operiert werden mussten. Der Verband rät deshalb, lieber Hunderassen mit längeren Schnauzen oder Mischlinge zu kaufen, die in der Regel gesünder sind.

Der Scan links zeigt die Schnauze eines Hundes mit platt-gezüchteter Schnauze, rechts ein Hund mit einer normalen Schnauzenform (Quelle: BVA/Cambridge BOAS Research Group)

In den letzten zehn Jahren sind Hunde mit rund-gezüchtetem Schädel extrem populär geworden, der Fachbegriff dafür ist "Brachyzephalie", also "runder, kleiner Kopf". Beim britischen Hundezuchtverein Kennel Club wurden nach Angaben des Guardian im Jahr 2007 knapp 700 französische Bulldoggen registriert. 2016 waren es mehr als 20.000. Als Grund sehen die britischen Tierärzte, dass immer mehr Promis bestimmte Hunderassen bevorzugen - Lady Gaga zum Beispiel tritt gern öffentlich mit ihren französischen Bulldoggen auf.

Die Tierärzte sehen aber auch ein Problem darin, dass überzüchtete Rassen in der Werbung auftauchen. In Deutschland startete die Bundestierärztekammer Mitte 2016 eine Kampagne, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Die Kölner Verkehrsbetriebe verzichteten daraufhin darauf, mit einem Mops für ihr Handy-Ticket zu werben.

Die Überzüchtung von Hunden zu verbieten, ist schwierig. Die Frage, was noch gesund und vertretbar ist und wo Qualzucht anfängt, ist eine Auslegungssache. Tierärzte fordern deswegen kein Verbot, sondern eine Rückzüchtung - das heißt, dass man Hunde mit zu kurzen Schnauzen mit anderen Rassen kreuzt, so dass sie wieder eine längere Schnauze bekommen.

Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk-Nova- Wissensnachrichten
Ein Beispiel ist der Retromops. Da wird der Mops mit Pinschern oder Terriern gekreuzt und sieht immer noch aus wie ein Mops, hat aber wieder eine etwas längere Schnauze.​

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