Das 1000-Genome-Projekt hat 2500 Menschen untersucht, die 26 Bevölkerungsgruppen aus vier Kontinenten vertreten. Ein Ergebnis ist, dass die genetische Vielfalt in Afrika am größten ist.

Über Jahre haben Forscher das Erbgut von 2500 Menschen entschlüsselt, jetzt ist das 1000-Genome-Projekt abgeschlossen. Die Ergebnisse haben die Wissenschaftler in dem Fachmagazin Nature vorgestellt.

Ein Ergebnis ist, dass an fünf Millionen Stellen im Erbgut jedes Einzelnen, die Möglichkeit einer Abweichung vom Durchschnittsgenom besteht. Deshalb ist jeder Mensch verschieden oder eben einzigartig. Gemessen daran, dass der Mensch aber rund drei Milliarden DNA-Bausteine in seinen Zellen hat, sind die Variationsmöglichkeiten eher gering.

Grundlage für weitere Forschung

Eine Veränderung kann beispielsweise in der Abweichung eines einzelnen Bausteins im DNA-Strang liegen. Die Abweichung kann aber auch größer sein, indem ganze Abschnitte der DNA verdoppelt, falsch herum eingebaut sind oder ganz fehlen. Die Wissenschaftler haben dabei auch herausgefunden, dass bis zu 200 Gene bei einigen Menschen überhaupt nicht vorkommen. Diese Gene sind fürs Überleben also verzichtbar.

Ein weiteres Ergebnis ist, dass die Genvielfalt bei den Menschen in Afrika am größten ist. Das belegt wiederum die These, dass sich die Menschen von Afrika aus über die Welt verbreitet haben. Denn das Erbgut der Europäer ist weitaus weniger vielfältig, weil ihre Vorfahren auf wenige Individuen aus Afrika zurückgehen, die vor 150.000 Jahren nach Europa ausgewandert sind.

26 Bevölkerungsgruppen untersucht

Mit den Ergebnissen können andere Forscher weiterarbeiten, die beispielsweise nach den Ursachen bestimmter Krankheiten forschen. Sie können jetzt auf Datenmaterial zurückgreifen, das nicht nur national, sondern international erhoben wurde. Denn die Wissenschaftler haben Genome aus 26 Bevölkerungsgruppen untersucht und anstatt ursprünglich 1000 Menschen - daher auch die Bezeichnung 1000-Genome-Projekt - sogar 2500 Menschen untersucht.

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