Das Geschrei war groß vor 15 Jahren: Schüler aus dem Land der Dichter und Denker blamierten sich beim Pisa-Test. Seitdem hat sich einiges getan an den deutschen Schulen. Ob deutsche Schüler aber heute besser sind, ist Ansichtssache - aber sie sind anders.

Wer in den vergangenen 15 Jahren eine Schule in Deutschland besucht hat, kam an Pisa nicht vorbei. Der Test prüfte die Kompetenzen der Schüler in Naturwissenschaften, Mathematik und Textverständnis. Im Jahre 2001 wurden zum ersten Mal Zahlen für Deutschland veröffentlicht und sie waren ein Schock: Im internationalen Vergleich hatten sich die Schüler aus dem Land der Dichte und Denker nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die Panik war groß, dass der Bildungsstandort Deutschland in Gefahr sein könnte.

Nach dem Pisa-Schock wurde heftig diskutiert, was sich ändern muss und was das überhaupt sein soll: gute Schule und guter Unterricht. Die wichtigsten Änderungen: Es wurden Bildungsstandards definiert, also festgelegt, was ein Schüler am Ende einer Klasse können muss. Außerdem müssen Schüler seitdem viele Tests und Vergleichsarbeiten schreiben.

"Ob Schüler heute mehr können, weiß ich nicht. Sie können auf jeden Fall anderes."
Armin Himmelrath, Bildungsjournalist

Es ist also klar: In den 15 Jahren ist an deutschen Schulen einiges passiert, sagt der Bildungsjournalist Armin Himmelrath. Im Jahre 2016 kommt es auf jeden Fall mehr auf Kompetenzen als auf Fachwissen an. Also darauf, ob und wie Schüler ihr Wissen auf andere Felder übertragen können. Das soll dabei helfen, Probleme zu lösen und miteinander zu vernetzen und neue Wege zu finden, auf eine Schwierigkeit zuzugehen. Dazu kommen noch digitale Kompetenzen, die Schüler im Alltag, aber eben auch in der Schule lernen. Und auch das wird mittlerweile besser veknüpft, sagt Armin.

Kein neuer Pisa-Schock

In diesem Jahr gab es wieder einen kleinen Rückschlag: Die 15-jährigen Schüler schnitten in Naturwissenschaften und Mathe ein bisschen schlechter ab, dafür können sie etwas besser lesen als die Schüler in den Vorjahren. Ein kleiner Rückschlag - aber längst kein neuer Pisa-Schock.