Nostalgie? Hassliebe? In jedem Fall feiert das Betriebssystem Windows heute 30. Geburtstag. Wir haben uns die verschiedenen Versionen noch einmal angeguckt und sind spätestens jetzt sicher: nein, früher war nicht alles besser!

Es begann im Jahr 1985. Windows 1.0 sah fürchterlich aus und ließ sich eigentlich nicht wirklich bedienen. Immerhin war es das erste Betriebssystem von Microsoft, das sich mit der Maus steuern lies. Das hatte Apple allerdings schon zwei Jahre vorher hinbekommen. 1995 brachte Microsoft dann aber das erste brauchbare Betriebssystem auf den Markt. Windows 95 oder spätestens Windows 98 war Ende der Neunziger/Anfang 2000 fast auf jedem Rechner aufgespielt. Und deshalb werden viele auch nostalgisch, wenn sie den Startsound von Windows hören.

Und noch mehr User kennen wahrscheinlich den Sound von Windows XP - dem wohl erfolgreichsten Betriebssystem von Microsoft. Auch weil wir uns damals viel intensiver mit unserem Betriebssystem beschäftigen mussten. Wir haben uns stundenlang angeschaut, wie es die Festplatte defragmentiert. Oder wir sind unter den Tisch geklettert, wenn Windows befohlen hat: "Sie können den Computer jetzt ausschalten."

Wenn wir an Windows denken, dann werden viele allerdings nicht nur nostalgisch. Viele erinnern sich wahrscheinlich auch an Fehlermeldungen und Probleme. Es gab eine Zeit, in der wir Windows jedes halbe Jahr neu installieren mussten, wenn wir es zu viel genutzt hatten - weil spätestens dann nichts mehr ordentlich gelaufen ist. Und der Fehlersound, ist vermutlich auch der Soundeffekt, den wir in dieser Zeit am häufigsten gehört haben.

Wobei sich auch der Fehlersound über die Jahre hinweg verändert hat. Bis einschließlich Windows ME haben User auch noch regelmäßig den berühmten Bluescreen zu Gesicht bekommen. Dann hat nur noch ein Neustart geholfen. Und der hat übrigens auch nicht vor Microsoft-Chef Bill Gates haltgemacht, als der gemeinsam mit einem Kollegen auf einer Präsentation zeigen wollte, wie einfach es sei, mit Windows 95 einen Scanner zu installieren.

Ab Windows XP gab es den Bluescreen zumindest deutlich seltener zu sehen. Und mit Windows 7 hat Microsoft es dann auch tatsächlich hinbekommen, die Zeit für das Kopieren von Dateien richtig zu berechnen. Da stand früher gern mal eine Restdauer von 38 Jahren.

Was kommt nach dem Desktop-PC?

Die stärkste Zeit von Microsoft war auf jeden Fall zwischen 1995 und 2005. Das war auch gleichzeitig die schwächste von Apple. Der Konkurrent stand damals kurz vor der Pleite, als Steve Jobs 1997 zurück in den Konzern kam und Microsoft-Chef Bill Gates beschloss, Apple zu helfen und viel Geld in den Konzern gesteckt hatte. Aber auch, wenn Apple mittlerweile so stark ist, wie noch nie, ändert das nichts daran, dass immer noch auf mehr als jedem zweiten PC Windows läuft. Und mit Windows 10 haben sie auch endlich wieder ein Betriebssystem rausgebracht, das bei den Usern beliebt ist. Das größte Problem von Microsoft ist ein anderes: Das Unternehmen hat kaum Erfolg im Mobile-Geschäft. Wenn eines Tages Desktop-PCs aussterben, dann muss Micrsoft aufpassen, dass es nicht mit untergeht.