Noch 2016 und 2017 wurden in Deutschland pro Jahr rund 30 Millionen Tickets für 3D-Filme an den Kinokassen verkauft: 2018 waren es plötzlich nur noch 17 Millionen und auch 2019 nur 18 Millionen. Woher der plötzliche Einbruch? Mit dem deutschen Film-Effekt-Oscar-Gewinner Gerd Nefzer suchen wir nach Erklärungen.

Als SFX Artist (Special Effects) ist Gerd Nefzer zwar nicht unmittelbar an den 3D-Effekten von Hollywood-Filmen beteiligt, das machen die VFX (Video Effects) Spezialisten. Beide Compartments teilen sich aber eine Oscar-Kategorie und arbeiten eng zusammen.

Filmveredelung mit Spezialeffekten

Gerd Nefzer hat die Entwicklung von 3D im Kino seit "Avatar" (2009) unmittelbar mitverfolgt. Mit seiner Spezialeffekte-Firma in Potsdam Babelsberg hat er Filme wie "Die Tribute von Panem", Steven Spielbergs "Bridge of Spies", "Stirb Langsam", Tarantinos "Inglourious Basterds" oder auch Marvels "Captain America" veredelt. Den Spezial-Effekte-Oscar gewann er 2018 für "Blade Runner 2049".

Gerd Nefzer sagt, dass sich der Trend beim Filmemachen gerade wieder deutlich in Richtung "in Kameraeffekte" dreht, also Spezialeffekte, die physisch am Set hergestellt und dann mitgedreht werden wie künstliches Wetter oder Explosionen.

Übersättigung der Zuschauer

Im Gegensatz dazu werde CGI (Computergenerierte Bilder), Video-Effekte vor Green Screen und letzten Endes auch 3D gerade runter gefahren, weil sich heraus stellen würde, dass es gar nicht oft wirklich notwendig ist und die Zuschauer auch tatsächlich übersättigt sind vom oftmals am Ende dabei heraus kommenden "Plastik Look". Was das für das Kino der Zukunft bedeutet, darüber sprechen wir mit dem SFX Guru.

"David Copperfield" und "Persischstunden"

Die Charles Dickens Romanverfilmung "David Copperfield" kommt ins Kino. Dev Patel spielt den Waisenjungen, der sich durchs Leben kämpft.

Außerdem startet "Persischstunden" nach einer Erzählung von Wolfgang Kohlhaase. Der im KZ inhaftierte Franzose Gilles rettet 1942 sein Leben dadurch, dass er behauptet Perser statt Jude zu sein. KZ-Aufseher Klaus Koch (Lars Eidinger) sucht zufällig jemanden, der ihm persisch beibringen kann. Gilles spricht kein einziges Wort und erfindet eine Sprache, die er Koch beibringt, um weiter am Leben zu bleiben.

Anna Wollner hat zwei neue Serien-Starts dabei: auf Amazon Video startet die dritte Staffel der DDR-Geheimdienst-Serie "Deutschland 89" und auf Sky läuft die neue Animations-Serie "Rised By Wolves" von Ridley Scott an.