Am 24. Februar 2019 werden zum 91. Mal die Oscars verliehen. Um die TV-Übertragung kürzer zu machen, sollen vier Preise in der Werbepause vergeben werden. Der Aufschrei in Hollywood ist groß.

Betroffen sind die Kategorien Kamera, Schnitt, Live Action-Kurzfilm sowie Make-up und Haarstyling. Wer die Vergabe dieser Preise miterleben will, muss in den Livestream schalten. In der regulären TV-Übertragung soll die Vergabe der Preise nicht zu sehen sein. Damit soll die Übertragung der Oscars, die sonst epische Länge hatte, gerafft werden. Gekürzte Fassungen der Dankesreden sollen einfach zwischendurch eingespielt werden.

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Dagegen protestieren jetzt hochkarätige Hollywoodgrößen in einem offenen Brief. Zu den Unterzeichnenden gehören Brad Pitt, Quentin Tarantino, Emma Stone, Martin Scorsese, die Cohen-Brüder, Sofia Coppola, Bradley Cooper, Scarlett Johansson, Sandra Bullock und noch viele weitere Prominente des Hollywood-Showbiz. Da soll also wirklich Druck aufgebaut werden, beim üblichen Format zu bleiben. Sie sagen, einzelne Kategorien nicht live im Fernsehen zu zeigen, sei eine Beleidigung der Menschen, die ihr Leben und ihre Leidenschaft hingebungsvoll dem Film verschrieben haben.

"Relegating these essential cinematic crafts to lesser status in this 91st Academy Awards ceremony is nothing less than an insult to those of us who have devoted our lives and passions to our chosen profession."

Sinkende Zuschauerzahlen im TV

Oder um es mit dem Komiker Seth Rogen zu sagen: "Was gibt es für einen besseren Weg, Leistungen im Film zu würdigen, als gerade die Leute nicht öffentlich zu würdigen, deren Job es ist, zu filmen."

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Die Academy verteidigt die Kürzungen und argumentiert, die Kategorien würden ja gezeigt werden. Aber eben nicht im TV, sondern nur im Netz. Und die Dankesreden gäbe es ja auch im TV, aber eben etwas kürzer. Und das ist nicht die einzige Änderung in diesem Jahr. Denn es wird auch nicht - wie sonst - einen Host geben, der durch die Zeremonie führt. Das war zwar ursprünglich anders geplant, aber Comedian Kevin Hart, der den Job machen sollte, fiel mit homophoben Tweets auf, die er zwischen 2009 und 2011 verbreitet hatte. Deshalb führen jetzt einzelne Hollywoodstars durch die Abschnitte der Show.

Dass sich die Academy trotz der massiven Kritik an der Kürzung der TV-Übertragung so stur verhält, könnte zudem daran liegen, dass zuletzt die Zuschauerzahlen in den Keller gegangen sind. 2018 wollten nur noch 26,5 Millionen Menschen die Verleihung sehen. Im Vergleich zu glorreicheren Zeiten wirklich wenige. Und dann waren da noch der ein oder andere Skandal: Angefangen von #OscarsSoWhite über Harvey Weinstein bis hin zu Envelopgate: 2017 wurde versehentlich "La La Land" zum besten Film erklärt, obwohl eigentlich "Moonlight" gewonnen hatte.

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