Zurzeit ist kein Asteroid auf dem Weg Richtung Erde. Für den Fall, dass das doch mal passieren sollte, testen Forschende Möglichkeiten, die Erde zu schützen.

Vor Monaten startet eine Sonde ins All, die in der Nacht von Montag auf Dienstag auf dem Doppel-Asteroiden Didymos/Dimorphos einschlagen soll. Die Mission nennt sich Dart, was für "Double Asteroid Redirection Test" steht – also den Versuch, einen Asteroiden von seiner ursprünglichen Flugbahn abzulenken.

Diese Methode ist bisher bevorzugte, wenn es darum geht, die Erde vor einem Asteroiden-Einschlag zu schützen. Die Mission Dart ist aber nur ein Test. Zurzeit befindet sich kein Asteroid auf dem Weg in Richtung Erde.

"Wenn ein großer Asteroid innerhalb weniger Wochen oder Monate auf die Erde auftrifft, haben wir Pech gehabt."
Michael Büker, Astrophysiker

Während des Einschlags werden Teleskope und Weltraum-Radars auf den Asteroiden gerichtet sein, um zu beobachten und zu messen, ob das Ablenken durch den Einschlag wirklich funktioniert hat. Außerdem hat die Sonde einen kleinen zusätzlichen Satelliten ausgesetzt, der Bilder vom Einschlag machen wird.

Ein solcher Test kann unter anderem deshalb wichtige Erkenntnisse liefern, weil bis heute noch nicht sicher ist, aus welchem Material ein Asteroid besteht. Er könnte aus festem Gestein oder auch Metall bestehen oder auch ein Klumpen aus eher losem Geröll sein.

Ablenken mithilfe von Licht

Eine zweite Möglichkeit, die bisher nicht praktisch ausprobiert wurde, ist das Ablenken mit Licht. Denn auch Licht kann einen Einfluss auf die Umlaufbahn haben. Eine Idee wäre zum Beispiel, einen Asteroiden mit weißer Farbe zu versehen, um mehr Sonnenlicht zu reflektieren und so einen größeren Impuls auf den Asteroiden auszuüben. Eine Alternative dazu wäre ein großes Licht-Segel. "Es wird sicherlich auch Tests mit solchen Licht-Ablenk-System geben", sagt Astrophysiker Michael Büker.

Wie gefährlich ein Asteroid für die Erde sein kann, hängt zum einen von der Größe ab:

  • Asteroiden unter 15 Metern: Kein großes Problem.
  • Zwischen 15 und 50 Meter: Dieser kann zu großen Schäden führen. "Da müssen wir hoffen, dass er in den Ozean fällt", sagt Michael Büker.
  • Ab 100 Meter: Große Katastrophe.

Michael Büker sagt: Es ist aber durchaus wahrscheinlich, dass Asteroiden-Einschläge viele Jahre, womöglich sogar Jahrzehnte im Voraus erkannt werden, sodass die Menschheit Zeit hätte, sich Strategien zu überlegen, wie der Einschlag verhindert werden kann.

Atombombe: Durchaus denkbare Rettungsoption

Das Zünden einer Atombombe auf einem Asteroiden – wie im Film Armageddon dargestellt – ist ebenfalls eine Option. Allerdings ist die Durchführung komplex, und wenn ein Asteroid in viele kleine Teile zersprengt wird, besteht nach wie vor die Gefahr, dass diese auf die Erde treffen.

  • Moderator:  Sebastian Sonntag
  • Gesprächspartner:  Michael Büker, Deutschlandfunk Nova