Unternehmen machen derzeit viel, um neue Fachkräfte zu gewinnen. Manche werben auch dafür, dass junge Menschen nach der Schule eine Lehre machen, anstatt an die Uni zu gehen. Auch dort gibt es Aufstiegspotenzial, zum Beispiel mit einem Meistertitel.

Der Meister beziehungsweise die Meisterin ist eine Weiterbildung für alle, die eine Lehre abgeschlossen haben. Wer also Schreinerin, Maler oder Kfz-Mechatronikerin ist, kann anschließend den Meister machen. Das Ziel dabei ist es, sich beruflich besser aufzustellen. Der Meister oder die Meisterin können in einem Betrieb mehr Verantwortung – etwa für andere Angestellte – übernehmen und somit auch ein höheres Gehalt verlangen.

Meister können auch einen eigenen Betrieb führen und sie dürfen ausbilden. "Damit deutlich wird, dass es eine wertvolle Weiterbildung ist, bekommen Meister seit etwa zwei Jahren den Titel Bachelor professional verliehen“, erklärt die Bildungsjournalistin Britta Mersch.

Meister wird mit Hochschulabschluss gleichgesetzt

Der Bachelor-Titel für einen abgeschlossenen Meister sollte nach außen hin deutlich zeigen, dass eine Ausbildung gleichwertig mit einem Studium sein kann. Anett Brauner kümmert sich beim Zentralverband des Deutschen Handwerks um Grundsatzfragen in der Weiterbildung. Sie sagt, diese Gleichwertigkeit sei wichtig, denn das spiele eine Rolle, wenn Schüler*innen überlegen, welchen Berufsweg sie später einschlagen wollen.

Im Deutschen Qualifikationsrahmen ist das festgehalten: Der Bachelor professional hat somit die gleiche Kompetenzstufe wie ein Bachelor of Science. Deutsche Hochschulen finden diese Änderung nicht gut, erklärt Britta Mersch. Denn das eine ist eine berufliche, das andere eine wissenschaftliche Qualifikation. Dieser Unterschied müsse deutlich werden. Vertreter*innen von Handwerksberufen sind hingegen der Meinung, dass mit dem Zusatz "professional" der Unterschied ausreichend deutlich wird.

"Die Preisspanne für Meisterkurse ist sehr groß."
Annett Brauner, Zentralverband des deutschen Handwerks

Die Ausbildung zum Meister dauert in der Regel zwischen einem und dreieinhalb Jahren – je nachdem, ob sie in Teilzeit oder Vollzeit stattfindet. Die Kurse werden zum Beispiel bei Bildungszentren, bei Handwerkskammern oder auch bei privaten Institutionen angeboten. Allerdings kosten sie Geld und die Preisspanne ist dabei sehr groß, sagt Annett Brauner: "Das reicht von rund 2.500 Euro bis zu 18.000 Euro. Das hängt davon ab, welches Gewerk es ist."

Je nachdem, ob es ein Handwerk ist, bei dem die Gesellen und Gesellinnen etwa teure Materialien verwenden oder große Maschinen bedienen müssen. "Räumlichkeiten mit einer guten, teuren Ausstattung – da sind die Kosten natürlich höher als in den kleineren Bildungszentren, die zum Beispiel weniger Werkstätten haben", erklärt Annett Brauner.

Finanzielle Hilfen für Meisterkurse

Bei der Finanzierung der Weiterbildung zum Meister oder zur Meisterin gibt es verschiedene Möglichkeiten, um Unterstützung zu bekommen:

  • Manchmal übernimmt der eigene Arbeitgeber die Kosten.
  • Es gibt die Möglichkeit, Aufstiegs-BaFöG zu beantragen. Der Staat übernimmt dann die Hälfte der Kosten für den Lehrgang und die Prüfungen, bis maximal 7.500 Euro.
  • Abhängig vom Einkommen gibt es bis zu 892 Euro Unterhaltsförderung, das Geld muss nicht zurückgezahlt werden.
  • Wenn noch mehr Kosten anfallen, kann man ein zinsfreies Darlehen beantragen. Und wer sich mit dem Meister selbstständig macht, darf das Geld vom Darlehen behalten.
  • Kurz und Heute
  • Moderator:  Markus Dichmann
  • Gesprächspartnerin:  Britta Mersch, Bildungsjournalistin