Abstiegskampf ist Mist und voller Stress für die Fußballspieler. Der Sportdirektor der SpVgg Greuther Fürth, Martin Meichelbeck, hat so seine Tricks dagegen. Er versucht mit den Spielern Lösungen dagegen zu entwickeln.

Martin Meichelbeck kennt den Abstieg als Spieler: Mit dem VfL Bochum stieg er zweimal aus der 1. in die 2. Bundesliga ab - und jeweils direkt wieder auf. Seit der Saison 2010/11 arbeitet er als sportpsychologischer Coach bei der SpVgg Greuther Fürth und ist seit dem 1. Juli 2011 "Direktor Sport". Die Mannschaft steht derzeit auf Tabellenplatz 14 der 2. Bundesliga. Mit Blick auf die letzten fünf Spieltage macht sich das Wort "Abstieg" im Verein breit. Eine Herausforderung für den Sportpsychologen, der mit seiner Mannschaft den Kampf gegen den Abstieg gewinnen will.

Der Abstieg in der Liga sei vergleichbar mit der Angst vor dem Verlust des eigenen Arbeitsplatzes, sagt Martin Meichelbeck. Als Sportpsychologe arbeitet er permanent mit den Spielern, damit sie der negativen Energie, die das Wort Abstieg auslöst, lösungsorientiert begegnen.

Fußballer in der Abstiegskrise

Es gäbe zwei Motivationszustände, erklärt der ehemalige Bundesligaspieler und Sportpsychologe: Lageorientiert, wenn der Spieler hadert und ihm alles negativ erscheint, oder handlungsorientiert, wenn der Spieler versucht seine Situation zu analysieren und daraus Lösungen entwickelt, um wieder zu einer hundertprozentigen Leistungsfähigkeit zu kommen.

"Im Abstiegskampf hat jeder seine eigenen Gefühle und Themen, mit denen er arbeiten muss."
Martin Meichelbeck, Direktor Sport SpVgg Greuther Fürth

Der Verein könne die Spieler im athletischen, psychologischen oder medizinischen Bereich unterstützen, sagt Martin Meichelbeck. Motivieren müsse man die Sportler eher nicht, sie brächten teilweise eher zu viel mit. Die hohe Motivation der Spieler müsse der Trainer kanalisieren oder den Spieler aus der Übermotivation herausholen.

"Ein Leistungssportler hat an sich schon eine sehr hohe Motivation. Die wenigsten Spieler brauchen den berühmten Arschtritt."
Martin Meichelbeck, Direktor Sport SpVgg Greuther Fürth

Der Spieler-Kader bei Greuther Fürth bestehe aus 25 Mann, sagt Martin Meichelbeck. Dabei können nur elf auf dem Platz spielen. Jede Woche - egal, ob Punkte geholt werden oder nicht - müsse er sich mit einer "wahnsinnig großen Zahl an unzufriedenen Menschen" auseinanderzusetzen. Für sich hat Martin Meichelbeck die Strategie entwickelt, im Abstieg die Situation anzunehmen und seinen eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. "Ich habe mich einfach nicht mit den negativen Szenarien beschäftigt", sagt der ehemalige Fußballprofi.

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