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Jede Partei will die Klimawende anders angehen. Angezweifelt wird der Klimawandel aber nur von einer: der AfD. Wir überprüfen, ob da was dran ist.

Am Thema Klima kommt man in diesem Bundestagswahlkampf nicht vorbei. Olaf Scholz bezeichnet sich auf SPD-Wahlplakaten schon als "Klimakanzler". Die Linke appelliert, die Klimawende müsse "sozial gerecht" vonstattengehen. Armin Laschet (CDU) stellt wenige Wochen vor der Bundestagswahl unter anderem einen neuen Klimaexperten an seiner Seite vor. Die FDP will möglichst keine Restriktionen, sondern eher auf Technologien setzen. Mehr oder weniger viel wollen aber all diese Parteien fürs Klima – das klassische Grünen-Thema – tun. Und was niemand von ihnen bestreitet, ist, dass der Klimawandel real und menschengemacht ist.

Keine andere Partei zweifelt den Klimawandel so an wie die AfD

Ganz anders die AfD. Fraktionschefin Alice Weidel sagt: "Der Klimawandel ist nicht menschengemacht.“ Und: "Es gibt Wissenschaftler, die ganz klar sagen, dass es diese Perioden immer schon gegeben hat."

(Keine) Einfache Antworten auf schwierige Fragen

Stimmt, sagt Werner Eckert von der SWR-Umweltredaktion, zumindest, was die zweite Aussage angeht. Das Klima habe sich schon immer verändert. Das, sagt der Journalist, bestreite auch niemand aus der Wissenschaft. "Wir haben aber seit 150 Jahren einen Temperaturanstieg, der massiver und schneller verläuft als jemals zuvor." Und der könne nur auf die höheren CO2-Emissionen zurückgeführt werden, die seit der Industrialisierung ansteigen, und verweist auf den Sachstandsbericht des Weltklimarates.

"Der neueste Sachstandsbericht des Weltklimarates kommt zu dem Schluss: Der Klimawandel ist unzweifelhaft menschengemacht.“
Werner Eckert, SWR-Umweltredaktion

Nun verweist Alice Weidel aber auch gerne auf "andere Wissenschaftler". Wer die sein könnten, kann auch Werner Eckert nur mutmaßen. Unter den seriösen Forschenden sei die Frage, ob der Klimawandel menschengemacht ist, unstrittig. Worüber sich Wissenschaftler*innen tatsächlich streiten, betont Werner Eckert, seien die Erklärmodelle. Das gehöre aber dazu und sei gut und richtig.

"Für den Bericht des Weltklimarats haben 243 Autoren 14.000 Studien durchgearbeitet. Die erste Fassung des Berichts konnten über 10.000 Menschen kritisieren, darunter waren auch Klimakritiker."
Werner Eckert, SWR-Umweltredaktion

Ringen um den Bericht des Weltklimarats

Diese unterschiedlichen Ansätze fließen auch in den Diskurs des Weltklimarates ein, sagt Werner Eckert, dessen Bericht die AfD als "politisch beeinflusst" bezeichnet. Tatsächlich gebe es zwei Berichte, erklärt Werner Eckart. Einer werde von den Wissenschaftler*innen verfasst. Daneben gibt es eine Zusammenfassung für Politiker*innen. "Diese wird gemeinsam mit Politikern und den Staaten, die den Weltklimarat einberufen haben, diskutiert."

Am Ende müssten dem alle 195 Staaten, also auch die kleinen Inselstaaten, die vom Klimawandel sehr betroffen seien, sowie Staaten wie die USA und Brasilien zustimmen. Und die Wissenschaftler*innen verifizieren, ob die Aussagen am Ende korrekt seien. Dabei werde um Worte und Formulierungen gerungen. Wenn man das als politische Beeinflussung bezeichnen wolle, so Werner Eckert, könne man das vielleicht.