Der Bericht des Weltklimarats ist mehr als alarmierend: Bereits 2030 werden wir die 1,5-Grad-Grenze erreicht haben. Einige Klimafolgen sind laut der Experten und Expertinnen inzwischen unumkehrbar.

Der Bericht des Weltklimarats ist recht umfangreich. Daran mitgearbeitet haben mehr als 230 Experten und Expertinnen aus 66 Ländern. Die wichtigste Erkenntnis: Wir werden voraussichtlich zehn Jahre früher als bisher berechnet, die 1,5-Grad-Erwärmung erreichen – und zwar schon im Jahr 2030. Dass diese Erderwärmung menschengemacht ist, eine weitere wichtige Botschaft, bestätigt dieser Bericht noch einmal eindeutig.

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Dieser Bericht ist vor allem für die Politik wichtig. Der letzte Bericht des Weltklimarats war auch Grundlage für das Pariser Klimaabkommen, bei dem sich die Staaten dazu verpflichtet haben, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Nach dem neuesten Bericht scheint dies nicht mehr möglich.

Wie sich die Welt verändern könnte

Deshalb gibt es in dem Bericht fünf Was-wäre-wenn-Szenarien bis zum Jahr 2050:

  • Szenarien 1 und 2: Wir schaffen es, die Treibhausgase nicht nur zu reduzieren, sondern auch noch mehr zu speichern, als wir ausstoßen. Dann könnten wir die Erderwärmung bis 2050 auf 1,8 Grad begrenzen und lägen noch unter der Zwei-Grad-Marke.
  • Szenario 3: Die Treibhausgasemissionen bleiben auf dem aktuellen Stand bis 2050. Die Erderwärmung würde dann 2,1 Grad erreichen, könnte aber auch bis auf 3,5 Grad ansteigen. Beschrieben werden auch die entsprechenden Folgen einer solchen Erwärmung.
  • Szenarien 4 und 5: Die Treibhausgasemissionen verdoppeln sich sogar bis 2050 und die Erderwärmung steigt im Schnitt auf mindestens 5,7 Grad an.

Würden die Staaten einigermaßen ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen einleiten, könnten wir in der Mitte der Szenarien landen. Das ist die Einschätzung von Dirk Notz vom Max-Planck-Institut für Meteorologie. Er geht von den Maßnahmen aus, die die Staaten im Rahmen des Pariser Klimaabkommens 2015 angekündigt haben.

Den Klimafolgen wie Extremwetterereignisse, wie wir sie in den vergangenen Jahren immer stärker erleben, hat der Weltklimarat ein eigenes Kapitel gewidmet. Beispielsweise werden die Regionen am Mittelmeer, wo derzeit Waldbrände und extreme Hitze herrscht, in den nächsten Jahren zu einem "Hotspot des Klimawandels". Die Temperaturen würden dort in den kommenden Jahrzehnten stärker steigen als im weltweiten Durchschnitt.

Folgen für den Menschen

Die Folge: Hitzewellen. Das sei auch die größte Bedrohung, weil dabei viele Menschen sterben können. Die Fachleute schätzen, dass 20.000 mehr Menschen pro Jahr im südlichen Mittelmeerraum sterben als im nördlichen. Im Nahen Osten und Nordafrika wird es dreißigmal mehr Tote aufgrund von Hitze geben.

Das ist aber nur eine Klimafolge, daneben gibt es viele weitere wie schmelzendes Eis in der Arktis, Erwärmung der Meere oder Wassermangel.

Letzte Chance Klimapolitik

Der Bericht schildert auch, wie lange es dauert, bis eine Klimapolitik Auswirkungen zeigt. Mit diesem Bereich hat sich Gabriele Hegerl, Professorin für Klima- und Atmosphärenforschung an der Universität Edinburgh in Großbritannien, beschäftigt. So kann der Bericht auch zeigen, welche Maßnahmen wo besonders effizient sind.

"Die nächsten 20 Jahre ist ein Zeitraum, den die Kinder, die jetzt geboren werden oder noch klein sind, später dann als Erwachsene erleben."
Kathrin Baumhöfer, Deutschlandfunk Nova-Reporterin

Daran lässt sich ablesen, wie konkrete Klimaschutzmaßnahmen und eine
effektive Reduktion der Treibhausgasemissionen innerhalb der nächsten 20
Jahre zu einem veränderten Klima führen können. Das wäre eine
Perspektive für die nächste Generation.