Die USA haben die stärkste nicht-nukleare Bombe abgeworfen, die sie haben. Ziel war ein Tunnelsystem des IS. Der Abwurf zeigt: Die USA verstärken ihr Engagement im Krieg in Afghanistan.

36 IS-Kämpfer hat die "MOAB" genannte Bombe der US-Streitkräfte auf ein IS-Gelände in Afghanistan nach Angaben des afghanischen Verteidigungsministeriums getötet. Die Bombe hat die Provinz Nangarhar getroffen, ganz im Osten Afghanistan. Sie gilt als die Hauptstadt des IS in Afghanistan, wo auch ein Trainingsgelände des IS platziert ist.

"Augenzeugen haben berichtet, dass es der lauteste Knall war, den sie je in ihrem Leben gehört haben."
Silke Diettrich, ARD-Korrespondentin

Das Tunnelsystem, das die US-Amerikaner mit dem Bomben-Abwurf zerstören wollten, dient den IS-Kämpfern als Versteck und Lagerräume. Die Bombe "MOAB", die auch diesem Tunnelsystem galt, ist die stärkste nicht-nukleare Bombe der USA. Die Abkürzung steht eigentlich für "Massive Ordnance Air Blast", wird aber auch mit "Mother of all Bombs" übersetzt.

"Unmenschlicher und brutaler Missbrauch"

Der Bombenabwurf durch die USA war mit der afghanischen Regierung abgesprochen. Der Ex-Präsident Afghanistans, Hamid Karsai, verurteile den Abwurf der Bombe: Das sei kein Krieg gegen den Terror, sondern ein unmenschlicher und brutaler Missbrauch des Landes Afghanistans als Testgelände für neue und gefährliche Waffen.

In der westlichen Öffentlichkeit wird der Islamische Staat zurzeit stärker wahrgenommen als die Taliban. "Doch wir müssen immer wieder darauf hinweisen, dass in Afghanistan die Taliban immer noch einen weitaus größeren Einfluss haben als der IS", sagt die ARD-Korrespondentin Silke Diettrich.

"Es klang anfangs so, als würde Trump die Truppen alle rausholen. Jetzt steigt plötzlich die Anzahl der Luftangriffe wieder."
Silke Diettrich, ARD-Korrespondentin

Die Taliban hätte größere Gebiete unter Kontrolle, in manchen hätte die afghanische Regierung nichts mehr zu sagen. Aber: Auch der Islamische Staat führt Anschläge durch, und das oft sehr effektiv. Der IS hat im vergangenen Jahr zehnmal so viele Zivilisten getötet oder verletzt wie noch 2015. "Und das trifft vor allem Menschen in der Hauptstadt Kabul."

Am Osterwochenende treffen sich elf Länder - darunter Afghanistan, China, Pakistan, Iran und Indien - um sich über die Sicherheit Afghanistans zu beraten. Die USA und die afghanischen Taliban hatten ihre Teilnahme abgesagt. Silke Diettrich: "Allein an dieser Konferenz sieht man schon, wie viele globale Mächte mitmischen wollen in Afghanistan."