Sie leben mitten unter uns. Wir lernen, studieren oder arbeiten mit ihnen zusammen. Trotzdem werden sie benachteiligt oder beleidigt - einfach weil ihre Hautfarbe schwarz ist.

Es sollte für uns selbstverständlich sein, dass Deutsche nicht nur weiß, sondern auch schwarz sind. "Du sprichst aber gut Deutsch" oder "Wie lange lebst du schon in Deutschland?" kommt uns nicht in den Sinn, wenn unser Gegenüber weiß ist und deutsch spricht. Sobald aber die Hautfarbe dunkel oder schwarz ist, halten wir es nicht für selbstverständlich, dass dieser Mensch wie wir deutsch ist.

"Meine Mitschüler haben mich Neger genannt. Kinder sind da einfach knallhart."
Rene, Afrodeutscher

Für Kimberly, Rene, Tarik und Vanessa gibt es deshalb immer wieder Situationen, in denen sie sich erklären oder rechtfertigen müssen und nicht wie ihre weißen Freunde behandelt werden. Im Freundeskreis und ihrer näheren Umgebung fühlen sie sich dagegen nicht diskriminiert. Aber immer wieder geraten sie in Situationen, in denen sie sich als Deutsche erklären müssen, oder stoßen auf Menschen, die sie aufgrund ihrer Hautfarbe beleidigen.

"Du brauchst kein Ticket für die Bahn ziehen, du fährst eh schwarz".
Rassistische Äußerung gegenüber Kimberly

Gelegentliche Beleidigungen, dumme Sprüche - davon will sich Kimberly nicht fertig machen lassen. Sie hat die Worte ihres Vaters im Ohr: "Du musst die doppelte Leistung bringen, um die selbe Anerkennung zu genießen wie andere." Bei Bewerbungen hat sie zu spüren bekommen, dass ihre Hautfarbe einen Unterschied macht.

Tarik, Afrodeutsche
© Michael Wagener | DRadio Wissen
"Ich würde mich als Afrikanerin bezeichnen, nicht als Afrodeutsche", sagt Tarik.

Auch Vanessa muss gegen Vorurteile ankämpfen und findet es wichtig, dass es auch viele Menschen gibt, die offen auf Menschen zu gehen, ohne lange über deren Herkunft nachzudenken. Für Tarik sind ihre afrikanischen Wurzeln aber durchaus auch wichtig für ihre Identität, sie bezeichnet sich nicht als Afrodeutsche, sondern eher als Afrikanerin. Rene dagegen sieht sich als Deutscher und nicht als Afrodeutscher, denn Deutschsein ist für ihn eher eine Idee und hat nichts mit dem Aussehen oder der Herkunft zu tun.

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