Fliegende Autos, Krypto-Währung, begrünte Hochhäuser - die Stadt der Zukunft soll nicht nur digitalisiert, sondern auch nachhaltig sein. Das sind zumindest die Pläne des Rappers Akon für "Akon City" - einer Stadt, die er in seiner Heimat Senegal hochziehen will. Die Gelder dafür sollen zum Teil schon akquiriert sein. Kritiker halten das Ganze trotzdem für heiße Luft.

Keine Science-Fiction: Rapper Akon will eine futuristische Smartcity im Senegal aus dem Boden stampfen. Sie soll seinen Namen tragen. Er selbst nennt das Projekt ein "Green-Life-Wakanda" in Anlehnung an den Marvel Comic "Black Panther", in der es eine solch utopische Stadt schon gibt.

Geplant sind luxuriöse Hotels, moderne Wohnkomplexe direkt am Meer, und das alles knapp 100 Kilometer von der Hauptstadt Dakar entfernt.

Akon City soll bis 2030 stehen

Utopisch klingt nicht nur das Konzept von Akon City, sondern auch der Zeitplan: Bis 2030 soll die Stadt komplett stehen. Das hat Akon Ende August verkündet, und so den symbolischen Grundstein für das Projekt gelegt, das seit rund zwei Jahren besprochen wird.

Die Kosten: Sechs Milliarden Dollar. Das Geld soll von einem US-Planungsbüro und einem Architekturbüro in Dubai kommen - die Verträge sollen schon unterschrieben sein.

"Kritiker der senegalesischen Opposition halten das Projekt für Schaumschlägerei und eine PR-Aktion der Regierung von Präsident Macky Sall."
Aydogan Makasci, Dlf-Korrespondent für den Senegal

Viele Kritiker halten das Projekt trotzdem für heiße Luft. Vor allem aus der senegalesischen Opposition werden kritische Stimmen laut, berichtet Dlf-Korrespondent Aydogan Makasci. Man hält das Projekt für eine PR-Aktion der Regierung unter Präsident Macky Sall, der sich bisher sehr medienwirksam am Prozess von Akon City beteiligt habe.

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Der Rapper selbst sagt, er wolle mit diesem Projekt seiner Heimat etwas zurückgeben. Vor allem den Senegalesinnen und Senegalesen in der Diaspora wolle er Hoffnung machen - und eine Perspektive schaffen.

Keine Stadt für jeden

Kritiker werfen ihm aber vor, dass seine Stadt nur mit der eigenen Krypto-Währung Akoin funktionieren soll, für die ein Smartphone notwendig ist. Und darum fragen sich manche, für wen diese Stadt eigentlich gebaut werden soll, wie unser Korrespondent berichtet.

"In Senegal haben längst nicht alle Menschen ein Smartphone – das braucht es aber, um in einer Stadt mit Krypto-Währung klarzukommen. Für wen soll so eine Stadt dann sein? Klingt nicht nach einer Stadt für jeden."
Aydogan Makasci, Dlf-Korrespondent für Senegal

Architektin Ola Uduku aus Nigeria ist ebenfalls skeptisch: Im Moment sehe es so aus, als könnten sich nur sehr reiche Menschen eine Wohnung in Akon City leisten. Die durchschnittliche Bevölkerung Senegals werde kaum von diesen futuristischen Gebäuden profitieren.

Noch viele Fragen offen

Unser Korrespondent meint: Das wird alles andere als eine demokratische Stadt - eher ein Utopia für Besserverdiener. Zur Finanzierung seien noch viele Fragen offen. Und andere, ähnlich-ambitionierte Städtebau-Projekte auf dem Kontinent liefen ur sehr schleppend, etwa Atlantic City in Nigeria.