Endlich, die Festival- und Konzert-Saison ist gestartet. Aber oft stört die miese Akustik. Geht das nicht besser? Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer weiß zumindest, wo ihr euch am besten hinstellt.

Dass die Akustik in Stadien oft so schlecht ist, hängt ganz einfach damit zusammen, dass sie für etwas anderes gebaut wurden. Auf den Rängen sollen die Fußball-Fans ihre Mannschaften anfeuern – möglichst laut. Deshalb ist in Stadien die Nachhallzeit sehr hoch; der Hall wirkt lange nach. Für Sportveranstaltungen ist das perfekt, für Konzerte schlecht.

Die Akustik in Stadien ist teils miserabel

Für Konzerte braucht es kurze Nachhallzeiten. Dafür sind möglichst freie Flächen gut, sagt Nicolas Sünn. Er ist Ingenieur für technische Akustik vom Institut für Akustik und Audiotechnik. Für Open Air eignen sich zum Beispiel freie Gelände ohne Gebäude oder große Wände in der Nähe. Der Schall kann dann nach hinten und zu den Seiten weg, es gibt kaum Reflektionsflächen.

Direkte Beschallung ist gut, aber schwierig

Man könnte für eine bessere Akustik in Stadien einen möglichst großen Teil des Publikums direkt beschallen. In großen Stadien, ist das jedoch schwierig. Denn das Publikum ist relativ weit von der Bühne entfernt. 

Einfach ein paar Boxen mehr aufzustellen, ist leider keine Lösung, so Nicolas Sünn. Denn mehr Lautsprecher machten den Sound einfach nur diffuser und störten sogar. Denn es gibt dann wiederum Publikum, das von einzelnen Lautsprecher nicht direkt, sonder nur indirekt beschallt wird, aber dann von mehreren Seiten.

"Dieses Mehr an Lautsprechern führt wiederum zu erhöhtem Stör-Schall."

Trotzdem: Mit der richtigen Planung kann man auch in einem Stadion die Akustik verbessern. Nur wenn Bands auf Tour sind, ist es schwierig mit der langen und guten Planung. Hinzu kommt, dass jedes Stadion nochmal anders klingt. Deshalb kann es sein, dass ein Konzert in Berlin super, in München aber total mies klingt.

Wo ist der beste Platz im Stadion?

Immerhin könnt ihr selbst für eine bessere Akustik sorgen, indem ihr euch den richtigen Platz sucht. Besser nicht direkt vor der Bühne stehen, so Sünn. "Direkt vorne überwiegt der Direktschall der Bühne."

"Zu nah an der Bühne würde ich nicht stehen. Zu weit hinten würde ich auch nicht stehen, aufgrund der Entfernung zu den Lautsprechern."

Unser Tipp: Vor dem Konzert teilt ihr das Publikum rein gedanklich in drei Teile. Der hintere Bereich des ersten Teils ist der beste Platz für den Konzertbesuch. Ob ihr dann eher links oder rechts landet, ist nicht entscheidend für die Akustik. Aber wenn ihr es in die Mitte schafft, umso besser – dann habt ihr in Sachen Akustik alles richtig gemacht.

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