Wir wussten es schon immer: Algorithmus ist der Rhythmus, bei dem man mit muss. Algorave heißen Veranstaltungen, bei denen Programmierer per Live-Coding Musik machen.

Beim Algorave macht ein Programmcode die Musik, die live gecoded wird. DJs werden zu Programmierern und Programmierer zu DJs, das war die Idee des Briten Alex McLean und seiner Freunde. Der Name war schon eher eine Schnapsidee: "We came up with the name Algorave just as a joke really. And then suddenly in 2015 there are ten different countries in which this event is put on".

Ein bisschen nerdy ist das schon: Die Musiker schreiben einen Programm-Code, bringen den Laptop mit und coden live. Unterstützt wird das Ganze mit einer Mischung aus Code-Projektion und visuellen Effekten. Dass man das als Laie nur bedingt versteht, findet Alex McLean nicht schlimm.

"If you watch someone play guitar you might not know how a guitar is made, but still it is nice to see how the music is being played. It let's you in!"
Alex McLean, Mitbegründer der Algoraves

Aus dem Party-Gag unter Freunden ist mittlerweile eine eigene Nischen-Szene gewachsen. In Karlsruhe organisiert Patrick Borgeat mit anderen Musikern mehrmals im Jahr Algoraves. Dabei steht er selbst als Programmierer auf der Bühne und schreibt zusammen mit seiner Band Benoît and the Mandelbrots den Code. "Im Idealfall ist das frei improvisiert. Vielleicht geht auch mal was schief und dann fängt das erstmal sehr simpel an.“

"Ich bin der Meinung, dass ich Musiker bin, wenn ich auf der Bühne bin und live code"
Patrick Borgeat, Musiker bei Algoraves

Neben Hacker-Nerds kommen auch Leute, die sich mal anschauen wollen, was Algorave ist oder einfach feiern wollen. Zwischen Drum 'n'Bass, Techno oder Ambient ist alles möglich. So anders als die normale Elektro-Party sind die Algoraves für den Normal-Besucher also nicht. Den besonderen Kick bekommt, wer den Code versteht. Und das war ja schon bei Matrix so.