Google gibt uns ein bisschen Einfluss auf die Anzeigen, die wir künftig sehen. User*innen können "sensible" Anzeigen nun weitgehend blocken. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat erklärt, wie das geht.

Google verdient sein Geld auch damit, indem es uns Anzeigen basierend auf unserem Suchverhalten ausspielt. Doch diese personalisierte Werbung kann uns auch schaden.

Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn ein alkoholsüchtiger Mensch Anzeigen für Wein ausgespielt bekommt. Oder eine essgestörte Person auf neue Diätpillen hingewiesen wird. Derartige Situationen sollen künftig vermieden werden. User*innen können individuell einstellen, welche Inhalte für sie sensibel sind und Anzeigen dazu blockieren – fast.

Bestimmte Inhalte ausschalten – so geht's

  • User*innen müssen sich zuerst im Google-Account anmelden.
  • Dann müssen sie das Menü "Daten und Datenschutz" aufmachen und dort auf "Einstellungen für Werbung" klicken.
  • Dort findet sich nun ein Kästchen mit dem Namen: "Sensible Werbekategorien auf Youtube". Das hat fünf Einträge: Alkohol, Dating, Glücksspiele, Schwangerschaft und Erziehung und Gewichtsabnahme.
  • Neben jedem Wort ist rechts ein Button "Weniger anzeigen", der angeklickt werden muss, wenn entsprechende Inhalte nicht mehr ausgespielt werden sollen.

Die Bezeichnung "weniger anzeigen" deutet bereits auf eine Einschränkung des neuen Features hin. "Google kann keineswegs garantieren, dass man die unerwünschten Kategorien nicht mehr zu sehen bekommt, weil die auch indirekt in Werbespots für etwas anderes drinstecken können", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat.

Traumatisierende Anzeigen können an vielen Orten auftauchen

All das trifft aber nur auf die personalisierte Werbung zu und lässt sich vermeiden, sagt Michael Gessat. "Wenn ich personalisierte Werbung abgewählt habe oder unangemeldet herumsurfe, bekomme ich zufällige Anzeigen", erklärt er. "Da können auch sensible Inhalte dabei sein."

Beispielsweise dann, wenn im Werbespot einer Fluggesellschaft Champagner serviert wird. Oder wenn dieser Spot in ein Youtube-Video eingebettet ist. Zudem schreibt Google selbst: "Es kann aber sein, dass Sie weiterhin Werbung dieser Kategorien sehen, wenn Sie nach Inhalten dieser Art suchen oder sie sich anschauen."

Außerdem gibt es auch außerhalb von Google Werbung – dann oft über Cookies. Michael Gessat: "Die beste Chance, potenziell traumatisierende Anzeigen wirklich nicht zu Gesicht zu bekommen, ist es, sich einen Werbeblocker zu installieren."

Je nachdem, wie viele Menschen das machen, funktioniert dann das Geschäftsmodell vieler Webseiten aber nicht mehr, die ihre Einkommen über Werbung generieren.