Einen Anlass zu finden, ist nicht schwer: Wir trinken Alkohol im Club, auf Hochzeiten, an Karneval oder bei einem schönen Abendessen mit Freunden. Wenn es zu viel war, bekommen wir einen Kater. Ein Forscher sucht nach einer Formel, die uns den Kopfschmerz erspart.

Alkohol ist eine Art Medikament, das wir gelegentlich mal überdosieren, sagt der Notfallmediziner Johannes Wimmer. Das kann dazu führen, dass wir am nächsten Morgen einen Kater haben. Wir fühlen uns zittrig, der Kopf schmerzt, uns ist kotzübel, ja, manchmal übergeben uns und die Laune ist auch oft im Keller.

"Wenn ich zum Alkohol noch irgendwelche Energydrinks dazutrinke, ist der Körper am nächsten Tag noch geschwächter. Die sorgen nämlich dafür, dass wir noch mehr entwässern."
Notfallmediziner Johannes Wimmer

Wir nennen es Kater, medizinisch gesehen ist es eine Alkoholvergiftung. Die positiven Effekte des Alkohols, dass wir uns gelöst fühlen und gute Laune haben, verfliegen schnell. Mit den negativen Folgen haben wir länger zu tun. Die Empfehlung von unserem Notfallmediziner: Einfach von vorneherein nicht zu viel trinken.

Und wenn wir das doch mal tun, sollten wir danach viel Flüssigkeit trinken, Vitamine zu uns nehmen und uns ausruhen. Wenn es nicht mehr ohne Schmerztablette zu gehen scheint, sollten wir eine nehmen, die die Leber nicht noch zusätzlich belastet.

Der britische Wissenschaftler David Nutt verspricht, dass es bis 2050 keine Alkohol bedingten Kater mehr geben soll. Er hat 90 Patente für synthetische Alkohole angemeldet, von denen zwei vielversprechend sind, sagt Johannes Wimmer. Bis man erforscht hat, wie gut diese synthetischen Stoffe funktionieren, wird es allerdings noch eine Weile dauern.

Die Frage ist auch, ob beispielsweise Biertrinker oder Cocktail-Liebhaber ihren Lieblingsdrink durch einen Orangensaft ersetzen wollen, in den synthetischer Alkohol hineingeträufelt wurde, gibt Johannes zu bedenken. Denn beim Trinken spielt meist auch die soziale Komponente und das Genusserleben eine große Rolle.