Im Wettstreit Mensch gegen Maschine gibt es einen Erfolg für uns zu vermelden: Der Meister im asiatischen Brettspiel Go, Lee Sedol, hat den Computer in der vierten Partie geschlagen.

Eine ganze Weile sah es danach aus, als habe der südkoreanische Go-Meister Lee Sedol keine Chance gegen die Google-Software Alpha Go. Aber im vierten Spiel hat sich der Computer jetzt schlagen lassen. Alpha Go hat - so erklären es die Experten - die Gefahr eines Klemmzuges unterschätzt. Damit konnte sein Gegner in das Territorium des Computers eindringen. Im Rückblick, sagen die Programmierer, hat die Software erst nach acht Zügen diesen Fehler erkannt - und da war es dann zu spät.

Die Schwäche des Programms

Lee Sedol bekam riesigen Applaus für seinen Sieg, allerdings sagt der Go-Meister, das Lob für diesen Zug sei übertrieben. Aber er glaubt, eine Schwäche des Programms darin gefunden zu haben, dass es schlechter spiele, wenn es auf unerwartete Probleme stoße. Und die Farbe der Steine spiele wohl auch eine Rolle: Alpha Go kann offenbar mit schwarzen Steinen, mit denen man große Gebiete auf einem Spielbrett einkreisen muss, schlechter spielen als mit weißen.

"AlphaGo scheint nicht nur unglaublich viel menschliches Go-Wissen in sich aufgenommen zu haben. Auf einer gewissen Abstraktionsebene hat es offenbar schon so etwas wie ein Unterbewusstsein für Go entwickelt."

Lee Sedol hatte vor dem Test angekündigt, dass er das Duell mit der Maschine 5:0 gewinnen werde. Damit hat er sich gründlich überschätzt. Denn in der Gesamtrechnung kann es nach dem vierten Spiel und nur einem Sieg für Lee Sedol keinen Gesamtsieg mehr für den Menschen geben. Die Leistung der Software ist beeindruckend und wird durch diesen Fehler auch noch besser, denn die Software kann selbstständig lernen.

Ein Meilenstein in der Entwicklung

Go gilt als besonders große Herausforderung für Computer, weil das Spiel noch komplexer ist als Schach, wo die Maschine inzwischen kaum noch Chancen lässt. Statt 64 Felder wie beim Schach gibt es hier 361 Felder. Die große Anzahl der Felder und die komplexen Spielregeln führen dazu, dass der Schachcomputer nicht für das Go-Spiel geeignet ist. Alpha Go geht anders vor: Es versucht, die wahrscheinlichen Züge des menschlichen Gegenspielers vorherzusagen und sich darauf einzustellen. Möglich wird das durch zwei künstliche neuronale Netzwerke mit Millionen Verbindungen, die dem menschlichen Nervensystem ähneln. Das ist auf jeden Fall ein Meilenstein in der Entwicklung.