Beim Thema Gehaltserhöhung denken viele von uns an Geld. Doch es geht auch anders: zum Beispiel mit einem Dienstfahrrad, der Prepaidkreditkarte oder dem Geschenk.

Für Angestellte ist es eines der wichtigsten Gespräche in ihrem Job: die Verhandlung mit der Geschäftsführung über eine Gehaltserhöhung. Doch selbst wenn dabei beispielsweise 100 Euro mehr rausspringt – dank Steuern und Sozialabgaben bleiben am Ende vielleicht nur 50 Euro übrig. "Dabei ist es mit ein paar völlig legalen Tricks ganz einfach möglich, von der 100-Euro-Gehaltserhöhung auch 100 Euro zu behalten", sagt unser Reporter Johannes Döbbelt. Wie das geht?

"Der Clou ist, sich die Extrakohle nicht bar oder aufs Konto, sondern in anderer Form auszahlen zu lassen. Und dafür gibt es viele verschiedene Möglichkeiten."
Johannes Döbbelt, Deutschlandfunk Nova

Bei der Prepaidkreditkarte beispielsweise kann dir das Unternehmen monatlich bis zu 44 Euro auf die Karte zahlen. Das Geld darfst du ohne Abzug behalten und ausgeben, wofür du willst.

Geschenk, Dienstfahrrad, Essenszuschüsse

Geburtstag haben wir alle einmal im Jahr. Vielleicht feierst du auch eine Hochzeit oder hast dieses Jahr Dienstjubiläum. Zu solchen Anlässen darf euch eure Firma was schenken - und zwar maximal drei Mal im Jahr, aber jeweils nicht mehr als 60 Euro. "Auch so ein klassisches Beispiel, das wenig genutzt wird", sagt Dennis Meurer, der Unternehmen darin berät, wie sie alternative Bezahlsysteme nutzen können.

Wenn du gerne mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst, dann ist das Dienstfahrrad vielleicht eine interessante Option: Seit fünf Jahren ist das Dienstrad dem Dienstwagen rechtlich gleichgestellt, und seitdem kann sich ein Mitarbeiter ein Rad vom Unternehmen leasen, so Dennis Meurer.

Dafür zahlt man monatliche Leasinggebühren, kann aber auch privat mit dem Rad so viel fahren, wie man will. Da das Fahrrad steuerlich geltend gemacht werden kann, sind die tatsächlichen Kosten für Mitarbeiter ziemlich gering, so Dennis Meurer.

"Ein 1000-Euro-Fahrrad kostet Sie etwa zwischen 15 und 20 Euro im Monat als Mitarbeiter."
Dennis Meurer, Unternehmensberater

Wenn die Firma keine Kantine hat, kann das Unternehmen das Essen mit drei Euro pro Tag bezuschussen. Im Jahr macht das 800 Euro steuerfrei.

Alternative Gehaltserhöhungen, die ohne Steuern und Abgaben auskommen, gibt es auch noch in anderen Bereichen: zum Beispiel als Zuschüsse für die Kita, für das Fitnessstudio oder den Handyvertrag. Viele dieser Möglichkeiten werden allerdings auch aus Unwissenheit noch selten genutzt.

"Nicht nur der Mitarbeiter, auch das Unternehmen hat was von den alternativen Vergütungsmodellen: Der Arbeitgeber zahlt darauf keine Lohnnebenkosten. Da freut sich auch der Chef."
Johannes Döbbelt, Deutschlandfunk Nova