Johannes Tarnow ist Beamter in der Vermögensverwaltung. Als die sowjetischen Besatzer die DDR verlassen, übergeben sie die Kasernen an ihn. Bei den Verhandlungen gibt es so manchen Zwischenfall.

Für Johannes Tarnow schien die Aufgabe des Vermögensverwalters für die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in den neuen Bundesländern eine spannende Tätigkeit zu sein. Und damit lag er nicht falsch. Während der Jahre nach dem Mauerfall erlebte er die skurrilsten und aberwitzigsten Geschichten bei seinem Job. Und er lernte schnell, dass bei Verhandlungen mit sowjetischen Militärs erst einmal der Wodka fließen musste, bevor irgendwelche Entscheidungen gefällt wurden.

Altlasten im Erdloch

Vor dem Abzug hat Tarnow die Gelegenheit, den Übungsplatz zu überfliegen. Er nutzt die Gelegenheit und will in ein verdächtiges Erdloch schauen. Dort vermutet er Schrott und Munition. Als sie sich der Stelle nähern, behauptet der Pilot, dass der militärische Hubschrauber nicht für den Standflug zugelassen ist. Mit einem Affenzahn fliegen sie über die Stelle. Später finden Tarnow und seine Leute dort Schrott, scharfe Munition und andere Altlasten. Er weiß, dass die Bergung mehrere Millionen Mark kosten wird.

Wiedergefundenes Autoradio

Einmal während einer Verhandlungsrunde mit einem General, beginnt dessen Fahrer die Autoradios der Deutschen auszubrechen. Der General beschimpft ihn so wüst, dass die deutsche Delegation sich ernsthafte Sorgen macht. Später fährt Tarnow mit dem General in dessen russischem Jeep. Und zu seiner Verwunderung sieht er, dass eines der fehlenden Autoradios mit Draht provisorisch in dessen Auto eingebaut wurde.

Sorgen macht sich Tarnow, als im Frühjahr 1991 die Verhandlungen auf einmal stillstehen. In Moskau wird gegen Gorbatschow geputscht. Die Verhandlungspartner haben Redeverbot. Das Gerücht geht um, dass der Abzug abgeblasen wird. Erst als die Verhandlungen wieder aufgenommen werden, wächst bei Tarnow die Gewissheit, dass die Sache über die Bühne gehen wird.