Bislang hat Amazon lieber geschwiegen, wenn es um Abruf- oder Nutzerzahlen bei der Filmsparte ging. Doch geleakte Zahlen geben einen Einblick: Die Mischkalkulation bei Amazon scheint aufzugehen, sagt unser Kollege Michael Gessat.

Die internen Amazon-Papiere wurden der Nachrichtenagentur Reuters zugespielt. Die Zahlen zeigen, dass das Unternehmen viel Geld für die Filmsparte ausgibt, aber dafür auch reichlich Prime-Neukunden gewinnen kann.

In den Papieren steht zum Beispiel drin, wie viel Geld 19 Amazon-exklusive TV-Shows gekostet haben, wie vielen Menschen diese gesehen und wie viele Personen sich für das Amazon Prime-Programm angemeldet haben, um die Shows überhaupt schauen zu können.

Amazons Mischkalkulation geht auf

Anders als zum Beispiel bei Netflix geht es bei Amazon nicht allein um Film-Abonnements. Prime-Kunden von Amazon kaufen überproportional viel bei dem Unternehmen ein: Sie bringen wiederum Umsatz.

Deshalb geht es bei Amazon immer auch um eine Mischkalkulation. Wenn es Amazon gelingt über eine spektakuläre Filmproduktion viele neue Abonnenten zu gewinnen, dann kaufen diese Neukunden hinterher mit relativ großer Wahrscheinlichkeit auch ihr Klopapier oder ihren neuen Flachbildschirm bei dem Konzern. Das heißt, auch sehr teure Filmproduktionen können sich durchaus lohnen.

Aber natürlich sind nicht alle Serien-Fans kaufkräftig...

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Amazon hat aber auch schon richtige Flops produziert: zum Beispiel "Good Girls Revolt". In der Story ging es um Geschlechterungerechtigkeiten in einer Newsredaktion - das wollte aber niemand sehen. Die Kosten lagen pro Neukunde bei 1560 Dollar. Das lohnt sich auch bei einer Mischkalkulation nicht. Die Serie wurde abgesetzt.

Entscheidend ist Akqusition neuer Kunden

Amazon rechnet auf jeden Fall knallhart gegen. Dennoch: Die Neuakquisition von Kunden ist eine teure, aber auch wichtige Sache.  Anfang 2017 haben 26 Millionen Zuschauer in den USA Amazon Prime Videos konsumiert. Netflix hatte rund doppelt so viele Abonnenten.

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