Wer selbst nicht in der Lage ist, einen Widersacher zu töten, der heuert einen Auftragskiller an. So funktioniert das im Kino. Wissenschaftler der Uni Regensburg haben nun herausgefunden, dass das bei Ameisen genauso funktioniert.

Die Wissenschaftler haben die Killer unter den Ameisen bei einer tropischen Art entdeckt, bei der Cardiocondyla obscurior. Es handelt sich bei ihnen aber nicht um ein spezielles Söldnervölkchen, das seine mörderischen Fähigkeiten anderen Ameisenarten anbietet. "Sowohl die Auftragskiller, als auch die Auftraggeber gehören dieser Art an", erklärt DRadio-Wissen-Biologe Mario Ludwig. Es herrscht ein Hauen und Stechen unter den Artgenossen.

Die Arbeiterinnen werden zu Mördern

Opfer und Auftraggeber sind Männchen. Weil sie sich mangels Beißwerkzeug nicht gegenseitig töten können, beschmieren die aggressiven Männchen ihre Gegner mit einer Substanz, die sie als feindlich markiert. Sofort stürzen sich die Arbeiterinnen auf das unglückliche Männchen, sie sind die Killerinnen.

"Sie machen einfach ihren Job, auf den sie programmiert sind: Sie töten alle Individuen, von denen sie glauben, dass sie nicht zum Stock gehören."
DRadio-Wissen-Biologe Mario Ludwig

Einen Unterschied zu richtigen Auftragskillern gibt es dann aber doch: Die Ameisen-Attentäter bekommen für ihren Job keine Belohnung, keinen süßen Honig. Sie gehen leer aus.