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Häufig wird von verstorbenen Musikern posthum nicht fertiggestelltes Material veröffentlicht. Weil der kalifornische Rapper Anderson Paak das nicht möchte, hat er sich ein Tattoo stechen lassen, das die Veröffentlichung von seinen Demoaufnahmen verhindern soll.

Der Rapper Anderson Paak ist bekannt für tanzbare Beats. Nun hat er sich mit der Zukunft seiner Musik nach seinem Tod beschäftigt. Dass posthum nicht für die Öffentlichkeit vorgesehene Aufnahmen von ihm veröffentlicht werden, will er verhindern. Deswegen hat er sich in Großbuchstaben auf seinen Arm tätowieren lassen:

"Wenn ich weg bin, bitte keine posthumen Alben oder Songs mit meinem Namen drauf veröffentlichen. Das waren nur Demos, die niemals für die Öffentlichkeit bestimmt waren."

Für die Musikindustrie spielen posthume Veröffentlichungen eine große Rolle. Beispielsweise erscheint von Ex-Beatle John Lennon immer wieder neue Musik.

Tresor aufgebrochen

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer erinnert sich an Prince, der vor fünf Jahren gestorben ist. Seit seinem Tod sind drei posthume Alben mit komplett neuer Musik erschienen.

Anke geht davon aus, dass es weitere Veröffentlichungen von Prince geben wird, da der Sänger kein Testament hinterlassen hat. Der musikalische Nachlass von Prince ist riesengroß.

Prince hat Skizzen, Noten, Festplatten und nicht veröffentlichte Demos in einem Tresor verwahrt, der nach seinem Tod aufgebrochen wurde. Den Pincode kannte nur Prince selber.

"Von Prince sind drei posthume Alben mit komplett neuer Musik erschienen. Er hat einen riesengroßen musikalischen Nachlass. In diesem Tresor könnte noch mehr Musik von Prince sein."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Leichenfledderei

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer kritisiert das Vorgehen der Plattenfirmen und Hinterbliebenen der Musiker, weil nicht klar sei, ob die Musiker das Material veröffentlichen wollten. Sie vergleicht es mit Leichenfledderei. "Vor allem, weil die Erben und die Plattenfirmen damit richtig viel Kohle machen", sagt Anke.

Es gibt aber auch Beispiele, in denen respektvoller mit der posthumen Musik gehanhabt wird. So wurde das Album "Circles" des 2018 verstorbenen Rappers Mac Miller von seinem Produzenten fertiggestellt.

"Letztes Jahr ist sein erstes posthumes Album Circles erschienen. An diesem Album hat er bis kurz vor seinem Tod geabeitet. Fertig gestellt hat es sein Produzent Jon Brion, der ganz eng mit Mac Miller an diesem Album gearbeitet hatte."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Speziell im HipHop hat es in den vergangenen Jahren eine richtige Welle an posthum veröffentlichen Alben gegeben, etwa von den Rappern XXXTentacion und Pop Smoke, die beide mit 20 Jahren gestorben sind.

Mittlerweile seien zwei Alben von Pop Smoke erschienen. Pop Smoke ist damit der erste Rapper, von dem zwei posthum veröffentlichte Alben auf Platz eins der US-Charts hatte.

Aufgrund dieser Beispiele findet es Anke van de Weyer sinnvoll, dass sich Musiker früh mit ihrem musikalischen Erbe beschäftigen.