Anna schenkt anderen Menschen Erinnerungen. Sie sucht mit ihrem Team nach NS-Opfern und deren Familien. Und kann ihnen ein Stück Identität zurückgeben.

Es ist wie ein kleines Fenster in eine sehr düstere Vergangenheit. Manchmal ist es nur ein vergilbtes schwarz-weißes Foto, ein Ring oder eine kaputte Taschenuhr. Mehr als 3.000 dieser "Effekten" hat der Internation Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen gesammelt. Effekten ist ein altes Wort, das ursprünglich so etwas wie beweglicher Besitz meint. Es sind Gegenstände, die Menschen zum Beispiel in Konzentrationslagern bei der Einlieferung abgenommen wurden. Viele wurden von den Nazis fein säuberlich katalogisiert. In den Archiven beim ITS lagern Effekten vor allem aus den Konzentrationslagern Neuendamme und Dachau. Der ITS ist ein Archiv und Dokumentationszentrum über die NS-Verfolgung.  

"Wir wollen die Gegenstände dorthin geben, wo sie eigentlich hingehören: in die Familien."
Anna Meier Osiński, #StolenMemory-Projektleiterin

2016 haben Anna Meier Osiński und ihr Team das Projekt#StolenMemory ins Leben gerufen. Ihr Ziel: Sie wollen so viele Gegenstände wie möglich an ihre ursprünglichen Besitzer oder deren Angehörige zurückgeben. Und so finden Gegenständen ihren Weg zurück zu den Familien – bis hin zum Abschiedsbrief.

In Eine Stunde Talk erzählt Anna, wie #StolenMemory recherchiert, warum sie Bernstein-Suchen liebt und was ihr Lieblings-Erinnerungsstück ist.