Sichere Ergebnisse gibt es bisher nicht. Verdächtigt werden zwei Personen aus dem islamistischen Umfeld. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.

Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund haben die Ermittler zwei Personen aus dem islamistischen Umfeld im Visier, und zwar einen 25-jährigen Iraker und einen 28-jährigen Deutschen. Der Iraker soll sich offenbar in der Nähe des Tatortes aufgehalten haben. Ein weiterer Hinweis ist ein Bekennerschreiben mit Islam-Bezug.

Allerdings passt einiges nicht zusammen. So ist von anderen Bekennerschreiben nicht bekannt, dass sie in Papierform veröffentlicht wurden, auch ist keine typische islamistische Handschrift zu erkennen. "Da gibt es noch einige Merkwürdigkeiten", sagt der ARD-Terrorismusexperte Michael Götschenberg, "aber es ist die beste Spur, die die Ermittler bisher haben".

"Es ist erstaunlich, dass nicht sehr viel mehr passiert ist."
Michael Götschenberg, ARD-Terrorismusexperte

Noch gehen die Ermittlungen auch in andere Richtungen: Kam sie vielleicht doch eher aus der Hooligan-Szene?

Die Tat war gut vorbereitet, sagt Götschenberg. Die Detonationen seien aufeinander abgestimmt gewesen und sind zur richtigen Zeit erfolgt. Die Sprengsätze waren mit Metallstiften bestückt, die bis zu 100 Meter weit flogen. "Es ist erstaunlich, dass nicht mehr passiert ist", sagt Götschenberg.

Sabine Töpperwien, ARD-Reporterin in Dortmund
"Borussia Dortmund geht mit all den Geschehnissen äußerst sorgsam und professionell um."

Vor dem verschobenen Champions-League-Spiel Dortmund gegen Monaco sind die Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden. Es gibt mehr Sicherheitskräfte und Polizisten, die teilweise mit Schnellfeuerwaffen ausgestattet sind.

Dortmund-Trainer Thomas Tuchel sagte vor dem Spiel, er und seine Mannschaft hätten gerne mehr Zeit bekommen, um das Erlebte zu verarbeiten. Die Mannschaft ist heute (12.04.) psychologisch betreut worden.

Die UEFA hat entschieden, dass das Spiel Dortmund gegen Monaco ein Tag nach dem Anschlag ausgetragen wird.