Rebellion statt Befehl: Einfach mal nicht machen, was der Chef sagt. Das kann funktionieren. Aber nur, wenn wir es dann auch wirklich besser machen - und gut begründen.

Aaalso: Dieses Stück sollte eigentlich ganz anders aussehen. Aber DRadio-Wissen-Reporterin Lena Breuer hat einfach mal ihr Ding durchgezogen, anstatt "Jawoll, Chef" zu rufen. Damit ist sie übrigens nicht alleine. Etwa jeder dritte Deutsche, sagte in einer Umfrage, dass er Absprachen mit dem Chef umgeht; ohne Absprache entscheidet, Aufgaben anders durchführt oder gar nicht.

Risiko inklusive

Ganz ohne Netz und doppelten Boden hat sich DRadio-Wisssen-Reporterin Lena jedoch nicht an die Aufgabe "Job-Revoluzzertum" gewagt. Peter Groß ist Arbeitspsychologe und hat ihr Tipps mitgegeben, wie diese Eigeninitiative nicht den Unmut der Chefs nach sich zieht. Denn auch das ist eine Erkenntnis aus der Studie: Meistens bekommen die Vorgesetzten doch etwas von solchen Alleingängen mit.

Im Prinzip sollte es bei allen Job-Entscheidungen darum gehen, das Beste für die Firma rauszuholen. Nur wer weiß es besser? Oder gibt es vielleicht sogar eine dritte Lösung, die noch besser ist?

"Eine Motivation des Mitarbeiters kann der Widerstand gegen die Firma sein. Er ist sauer, weil der Chef ihn nicht gut behandelt, sodass er dann in den inneren Widerstand geht."
Peter Groß, Arbeitspsychologe

Eigentlich wissen wir alle, was der beste Weg zum besten Ergebnissen ist: Sich darüber austauschen, diskutieren. Viele überspringen diesen Schritt lieber. Manchmal schlicht aus Faulheit. Manchmal passiert dies aber aus einer inneren Protesthaltung heraus. Etwa wenn der Mitarbeiter schlechte Erfahrungen mit dem Chef gesammelt habe, erklärt Peter Groß.

Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum Mitarbeiter, diese Auseinandersetzung scheuen. Viele haben schlicht noch das Bild vom "Guten Mitarbeiter" im Kopf, der in erster Linie brav ist, den Anweisungen folgt - und darüber hinaus seine Vorgesetzten möglichst in Ruhe lässt.

"Der Chef ist verpflichtet, im Sinne der Firma die bestmöglichen Lösungen zu haben. Das ist sein Job, dafür wird er bezahlt. Im besten Fall muss er dann eine Anerkennung aussprechen, dass etwas gut gelaufen ist."
Peter Groß, Arbeitspsychologe

Auch Peter Groß empfiehlt, für seine Ideen einzustehen. "Dabei müssen Sie diplomatisch vorgehen und es gut begründen", sagt er. Und neben Diplomatie braucht es noch weitere Voraussetzungen: Etwas Selbstbewusstsein beim Mitarbeiter und einen Chef, der seinen Job ernst nimmt. Und das heißt eben auch, gute Ideen anzunehmen, selbst wenn es nicht die eigenen sind.

"Glückliche Kühe geben mehr Milch."
Peter Groß, Arbeitspsychologe

Im besten Fall sind dann am Ende alle happy: Chef, Mitarbeiter und sogar die Kunden oder gar die Oberchefs, weil dann das Produkt einfach besser ist. Klingt erstmal prima. Aber ob das auch im Fall von DRadio-Wissen-Reporterin Lena geklappt hat? Das hört ihr im Audio!